Psalm
Kapitel 60, Vers 1–14
Besiegt, aber nicht mutlos!
1Ein Lied von David zur Belehrung, nach der Melodie: »Die Lilie als Zeugnis«. 2Es stammt aus der Zeit, als David mit den Aramäern von Mesopotamien und mit den Aramäern von Zoba im Krieg lag. Damals fügte Joab auf dem Rückweg den Edomitern im Salztal eine Niederlage zu, bei der 12.000 von ihnen fielen. 3Gott, du hast uns aufgegeben: Unsere Truppen wurden zersprengt und aufgerieben. Wir haben deinen Zorn zu spüren bekommen, doch nun richte uns wieder auf! 4Du hast das Land erschüttert und zerrissen; heile seine Risse, damit es nicht zerbricht! 5Du hast dein Volk hart geschlagen, wie betrunken torkeln wir umher. 6All denen aber, die Ehrfurcht vor dir haben, hast du ein Warnzeichen gegeben. So konnten sie fliehen und den Pfeilen ihrer Verfolger entkommen. 7Befreie uns – wir sind doch dein geliebtes Volk! Erhöre uns und komm uns zu Hilfe! 8Gott hat in seinem Heiligtum versprochen: »Im Triumph will ich meinem Volk die Gegend um Sichem geben; das Tal von Sukkot will ich ihnen zuteilen. 9Mir gehören die Gebiete von Gilead und Manasse, Ephraim ist der Helm auf meinem Kopf und Juda das Zepter in meiner Hand. 10Das Land Moab muss mir dienen, von Edom ergreife ich Besitz. Und auch du, Land der Philister, juble mir zu!« 11Mein Gott, ich frage dich nun: Wer gibt mir Gewalt über die befestigte Stadt? Wer schenkt mir den Sieg über Edom? 12Außer dir kommt ja niemand in Frage! Doch gerade du, Gott, hast uns verstoßen. Gerade du ziehst nicht mehr mit unseren Truppen in den Kampf. 13Rette uns doch vor unseren Feinden! Denn wer sich auf Menschen verlässt, der ist verlassen! 14Aber mit Gott werden wir große Taten vollbringen; er wird all unsere Feinde zertreten!
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Weitere Infos →Weshalb greift Gott nicht ein? Hat Gott mich vergessen? Ist es ihm egal oder hat er mich gar "verstoßen", wie es in diesem Psalm heißt (vgl. V. 12)?
Wenn es im Alten Testament für das Volk Gottes nicht so gut lief, schlossen die Verantwortlichen wie David oft daraus, dass Gott sein Volk verlassen hatte oder strafen wollte. Doch war es wirklich so?
Diese Frage kann letztlich nur Gott selbst beantworten, doch was man ohne Zweifel sagen kann, ist, dass es sich oft so anfühlte, als sei Gott in weiter Ferne gewesen. Genau dieses Gefühl kannte David sehr gut. Du auch?
Doch was tat er in dieser (scheinbaren) Gottesferne? Er hatte die Hoffnung, dass Gott es gut mit ihnen meinte:
"… doch nun richte uns wieder auf!" [3]
"… heile seine Risse, damit es nicht zerbricht!" [4]
"Befreie uns – wir sind doch dein geliebtes Volk!" [7]
"Erhöre uns und komm uns zu Hilfe!" [7]
"Gott hat in seinem Heiligtum versprochen: …" [8]
"Rette uns vor unseren Feinden!" [13]
Jede dieser Zeilen konnte nur geschrieben werden, weil in Davids Herzen die Hoffnung bestand, dass Gott es gut machen würde. Für David gab es keine Alternative zum Gebet. Wie oft suchen wir nach Alternativen, wenn Gott weit weg erscheint?
David kann uns ermutigen, Gott nicht loszulassen, auch wenn er uns meilenweit entfernt erscheint!
"Mit Gott", so war David überzeugt, "werden wir große Taten vollbringen." [14]