„…Nun aber wird dein Königtum keinen Bestand haben. Der Herr hat sich einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht; dem hat der Herr geboten, über sein Volk Fürst zu sein, weil du nicht gehalten hast, was dir der Herr gebot!“ (1. Samuel 13:14)
Jeder, der die Bibel kennt, weiß garantiert, wer mit diesen Worten beschrieben wird. Die Rede ist von König David. Wir wissen, dass David ein großartiger Mann war und viele Heldentaten vollbracht hat. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass er einige Dinge getan hat, die alles andere als großartig waren. Wir denken natürlich sofort an den Ehebruch mit Batseba und die Ermordung ihres Ehemannes Urija.
Da frage ich mich: Wie passen diese Taten zu den Worten Gottes über David? Ist das nicht komplett paradox? Und was kann ich von David lernen, damit ich selbst diesem Vorbild ähnlicher werden kann? Schauen wir uns dafür Davids Leben einmal genauer an.
David war ein Hirtenjunge, der schon früh vom Propheten Samuel dazu berufen und gesalbt wurde, König von Juda und Israel zu werden. David wurde König, nachdem er jahrelang von seinem Vorgänger König Saul verfolgt wurde. In dieser schwierigen Zeit hatte er zweimal die Möglichkeit, Sauls Leben zu beenden, doch er verschonte ihn. Wenn du 2. Samuel liest, wirst du immer wieder Momente finden, in denen David sehr großherzig handelt und schnell vergibt. Das ist eine außergewöhnliche Tugend.
Gehen wir mal zu der Situation, wo David mit dem Ehebruch und dem Mord konfrontiert wird. David hatte von seinem Palast aus gesehen, wie eine Frau badete. Er musste völlig von ihr eingenommen gewesen sein, denn er veranlasste, dass die Frau, Batseba, zu ihm in den Palast kam. Er schlief mit ihr, woraufhin sie schwanger wurde. In seiner Verzweiflung hatte David veranlasst, dass Urija, Batsebas Ehemann, an die Front in den Krieg ziehen musste. Er entwickelte eine List, sodass Urija auf jeden Fall an der Front fiel. So geschah es auch, Urija starb. David nahm daraufhin Batseba zu seiner Frau.
Das war eine schreckliche und grausame Tat.
Hier sagt Gottes Wort: „Aber die Sache, die David verübt hatte, war böse in den Augen des Herrn.“
Deshalb sandte Gott den Propheten Nathan, der David auf diese Schuld hinwies. Und Davids Reaktion? Er bestritt seine Schuld nicht eine einzige Sekunde! Seine erste Aussage ist: Ich habe gegen den Herrn gesündigt! Er bat Gott sofort um Vergebung und bekam diese von Nathan zugesprochen. Doch trotzdem zog Gott Konsequenzen:
Das Kind von David und Batseba starb. David ertrug diese Konsequenz, denn er wusste, dass der Herr ein gerechter Gott ist.
Das ist wirklich stark. Überlege mal, wie viele Politiker oder Machthaber heute in dieser Form zu ihren Fehlern stehen und die Konsequenzen tragen… mir fällt da niemand ein.
David zeichnet aus, dass er die Fehler anderer schnell vergibt und dass er sich seine eigene Schuld sofort eingestehen kann.
Ich möchte dir noch eine Frau vorstellen, die zwar nicht wortwörtlich als „Frau nach dem Herzen Gottes“ bezeichnet, aber besonders von Jesus hervorgehoben wird. Ich denke an Maria, die Schwester von Martha. Jesus war zu Besuch bei ihnen und während Martha sich bemühte, Jesus gut zu bewirten, saß Maria einfach nur bei ihm und hörte ihm zu. Das störte Martha und sie bat Jesus, Maria darauf hinzuweisen. Dieser antwortete: „Marta, du bist beunruhigt und machst dir Sorgen um so viele Dinge!
Notwendig ist aber vor allem eins. Maria hat das gute Teil gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden."
Ich bin ganz ehrlich: Mich hat diese Stelle immer irritiert. Ich habe mich gefragt, was denn schlimm daran ist, sich um seinen Gast zu bemühen. Ist Gastfreundschaft nicht sogar etwas, wozu die Bibel uns aufruft? Wieso tadelt Jesus dann Martha?
Ich glaube, es geht hier nicht um die Gastfreundschaft oder um die Bemühungen Marthas. Maria hat etwas erkannt, was Martha in diesem Moment entgangen ist: Die Botschaft Jesu ist wichtiger als alles andere. Jesus hat sich nicht einfach nur mit Maria unterhalten, er hat ein „Wort“ weitergegeben, also etwas gelehrt. Maria hat erkannt, dass nichts so wichtig und entscheidend ist, wie Jesu Worten zuzuhören.
Drei Punkte können wir von David und Maria lernen:
1. Vergib schnell und gestehe Fehler sofort ein
Wir sind nicht fehlerfrei. Auch David war nicht fehlerfrei, ganz und gar nicht. Doch er ist ein Mann nach dem Herzen Gottes, weil er bereit ist, Buße zu tun!
2. Trage die Konsequenzen im Vertrauen auf einen gerechten Gott
Manchmal zieht unser fehlerhaftes Handeln unangenehme Konsequenzen nach sich. David hat gefastet und gebetet in der Hoffnung, dass Gott das Kind leben lässt. Doch das war nicht passiert. David klagt nicht darüber, sondern er trägt diese Konsequenz, weil er weiß, dass Gott ein gerechter Gott ist.
3. Nichts auf dieser Welt ist wichtiger, als den Worten Gottes zuzuhören
Manchmal türmt sich unser Alltag vor uns auf, manchmal bestimmen außergewöhnliche Umstände unser Denken und Handeln. Doch nichts von alldem kann jemals so wichtig sein wie das Lesen in Gottes Wort!
Ich möchte mir diese beiden Menschen als Vorbild nehmen und mir ihre Handlungen und ihre Herzenshaltung vor Augen führen.
Vielleicht hat dir der kleine Einblick geholfen, etwas zu verstehen, was mir oft schwer fällt: Gott geht es nicht um Perfektion. Es geht ihm um unser Herz.