1. Samuel
Kapitel 20, Vers 24–34
David muss fliehen
24Wie verabredet versteckte David sich auf dem Feld. Am Tag des Neumondfestes setzte sich der König zum Festmahl an den Tisch. 25Er saß wie gewohnt an seinem Platz an der Wand neben Abner und gegenüber von Jonatan. Davids Platz aber blieb leer. 26Saul sagte an diesem Tag nichts dazu, denn er dachte: »David kann sicher aus irgendeinem Grund den Reinheitsvorschriften nicht genügen.« 27Doch als Davids Platz auch am zweiten Feiertag leer blieb, fragte Saul seinen Sohn: »Weißt du, warum dieser Sohn Isais weder gestern noch heute zum Essen gekommen ist?« 28Jonatan erwiderte: »Er hat mich dringend gebeten, ihn zu entschuldigen, damit er nach Bethlehem gehen kann. 29Er sagte mir: ›Wir feiern zu Hause das jährliche Opferfest unserer Familie. Mein ältester Bruder wollte mich unbedingt dabeihaben. Willst du mir einen Gefallen tun, dann befreie mich von meinen Verpflichtungen, damit ich meine Verwandten besuchen kann.‹ Ich habe es ihm erlaubt, und darum war er gestern und heute nicht hier.« 30Als Saul das hörte, packte ihn der Zorn, und er brüllte Jonatan an: »Du Hurensohn! Meinst du eigentlich, ich habe noch nicht gemerkt, dass du mit diesem Sohn Isais unter einer Decke steckst? Schämen solltest du dich! Und auch deine Mutter, die einen solchen Nichtsnutz zur Welt gebracht hat! 31Solange dieser Kerl noch lebt, bist du deines Lebens nicht sicher. Und Hoffnungen auf den Königsthron brauchst du dir dann auch keine zu machen. Los, lass ihn sofort hierherbringen, denn er muss sterben!« 32»Was hat er eigentlich getan?«, fragte Jonatan. »Warum soll er hingerichtet werden?« 33Als Antwort schleuderte Saul wütend seinen Speer nach seinem Sohn, um ihn damit zu durchbohren. Da merkte Jonatan, dass Saul fest entschlossen war, David zu töten. 34Voller Zorn stand er vom Tisch auf und aß an diesem Tag keinen Bissen mehr. Er war tief getroffen, weil sein Vater seinen Freund David so beschimpft hatte.
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Weitere Infos →Jonatan war nicht zum Vergnügen auf dem Fest. Er hatte einen Auftrag. Er sollte für David herausfinden, ob dieser wirklich in Lebensgefahr schwebte. Jonatan hatte David zuvor zuversichtlich versichert, dass er sich keine Sorgen machen müsste:
"Niemand will dich töten! Du weißt genau, dass mein Vater nichts unternimmt, ohne es vorher mit mir zu besprechen, sei es wichtig oder unwichtig." [2]
Im heutigen Abschnitt erlebte Jonatan ein bitteres Erwachen. Als David auch am zweiten Tag des Festmahls nicht erschien, erkundigte sich Saul bei Jonatan, wo David sei. Jonatan antwortete nüchtern, er sei bei seiner Familie in Bethlehem.
Saul eskalierte komplett. Die Situation lief aus dem Ruder. Jonatan hatte sich vollkommen geirrt. David schwebte in Lebensgefahr. Saul wollte ihn töten.
"Voller Zorn stand er vom Tisch auf und aß an diesem Tag keinen Bissen mehr. Er war tief getroffen, weil sein Vater seinen Freund David so beschimpft hatte." [34]
Was macht man, wenn der Vater einen zutiefst enttäuscht? Jonatan erlebte es am eigenen Leib. Sein Vater hatte sich zu einem Monster entwickelt. Da halfen keine schnellen Ratschläge. Er erlebte Schmerz, Zerbruch und Leid. Punkt. Sein einziger Trost in dieser Situation war, dass er David vor dessen Unheil retten konnte. Das wollte er tun.