2. Samuel
Kapitel 1, Vers 1–10
Jonatan und Saul sind tot
1König Saul war in der Schlacht gegen die Philister umgekommen. Nachdem David von seinem Vergeltungsschlag gegen die Amalekiter nach Ziklag zurückgekehrt war, 2erschien zwei Tage später bei ihm ein Mann aus Sauls Heer. Als Zeichen der Trauer waren seine Kleider zerrissen und sein Haar voller Erde. Er warf sich ehrerbietig vor David zu Boden. 3»Woher kommst du?«, fragte David. Der Mann antwortete: »Ich habe im israelitischen Heer gekämpft und konnte den Feinden entkommen.« 4»Wie ist die Lage?«, wollte David wissen. »Erzähl es mir!« Da berichtete der Mann: »Viele unserer Soldaten liegen gefallen oder schwer verwundet auf dem Schlachtfeld, und der Rest ist geflohen. Auch Saul und sein Sohn Jonatan sind tot.« 5»Woher weißt du, dass Saul und Jonatan tot sind?«, hakte David nach. 6Der junge Mann fuhr fort: »Ich kam zufällig ins Bergland von Gilboa. Dort entdeckte ich Saul, der sich auf seinen Speer stützte. Die feindlichen Wagen und Reiter schlossen den Kreis um ihn immer enger. 7Er drehte sich um, sah mich und rief mir zu, ich solle herkommen. 8Als ich bei ihm war, fragte er: ›Wer bist du?‹ ›Ich bin ein Amalekiter‹, antwortete ich. 9Da bat er mich: ›Komm und töte mich, denn noch ist zwar Leben in mir, aber ich bin schwer verwundet und am Ende meiner Kraft.‹ 10Ich erfüllte ihm seine letzte Bitte: Ich erstach ihn, denn ich wusste ja, dass Saul schon ganz schwach war und sowieso sterben würde. Dann nahm ich ihm die Krone und den Armreif ab, um sie dir, meinem Herrn und Gebieter, zu überbringen.«
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Weitere Infos →David erfuhr die furchtbare Nachricht: Sein bester Freund Jonatan, der Sohn Sauls, war im Kampf gegen die Philister gestorben. Jonatan hatte David bei der Flucht vor König Saul, der ihm nach dem Leben getrachtet hatte, immer geholfen. Sie hatten sich ewige Freundschaft geschworen, wie wir in den letzten Wochen hier gemeinsam in der App lesen konnten. Doch nun war Jonatan tot.
Gleichzeitig erfuhr David, dass auch sein Erzfeind Saul nicht mehr unter den Lebenden war. Es ist anmaßend zu sagen, dass der Tod eines Menschen eine "gute" Nachricht sein könnte. Doch in Davids Fall wäre ein Stück Erleichterung über den Tod Sauls nicht ungerechtfertigt gewesen.
David erfuhr folglich in einem Moment zwei Nachrichten: Die eine löste in ihm tiefe Trauer aus, die andere ein Stück weit Befreiung. Oft ist das auch in unserem Leben so. Wir haben gute Nachrichten und schlechte Nachrichten und das womöglich alles an einem Tag. Die einzige Adresse, bei dem beides gut aufgehoben ist, ist Gott. Mit den guten und schlechten Gedanken. Mit der Scham, dem Erfolg, der Trauer und der Freude. Mit jeder dieser Emotionen und mit jeder weiteren ist dein Weg zu Gott der beste und richtige Weg.