Johannes
Kapitel 2, Vers 18–25
JESU VOLLMACHT
18Die führenden Männer der Juden stellten Jesus daraufhin zur Rede: »Woher nimmst du dir das Recht, die Leute hinauszuwerfen? Wenn du dabei im Auftrag Gottes handelst, dann musst du uns einen eindeutigen Beweis dafür geben!« 19Jesus antwortete ihnen: »Zerstört diesen Tempel! In drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen.« 20»Was?«, riefen sie. »46 Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst das in drei Tagen schaffen?« 21Mit dem Tempel aber meinte Jesus seinen eigenen Körper. 22Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger an diese Worte. Sie glaubten den Voraussagen der Heiligen Schrift und allem, was Jesus selbst ihnen gesagt hatte. 23Während des Passahfestes hielt sich Jesus in Jerusalem auf. Viele Menschen erlebten die Wunder, die er vollbrachte, und glaubten deshalb an ihn. 24Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an, weil er sie genau kannte. 25Ihm brauchte niemand etwas über die Menschen zu sagen, denn er wusste, was in jedem Einzelnen vor sich geht.
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Weitere Infos →Nachdem Jesus im Tempel ordentlich aufgeräumt hatte (vgl. V. 13-17), stellte die religiöse Elite ihm eine berechtigte Frage: "Woher nimmst du dir das Recht, die Leute hinauszuwerfen?" [18] Sie forderten einen Beweis dafür, dass er im Auftrag Gottes gehandelt hatte. Die führenden Männer der Juden waren irritiert.
Jesu Antwort fiel wohl etwas untypisch aus. Den Tempel einreißen und in drei Tagen wieder aufbauen – das würde sein Beweis sein (vgl. V. 18). Wäre ich einer der führenden Leute gewesen, hätte ich nach dieser Aussage ehrlich gesagt auch meine Bedenken gehabt.
Die Jünger hingegen erinnerten sich nach Jesu Auferstehung an seine Worte und schrieben sie in diesem Evangelium nieder. Hier war jemand, der größer als der Tempel war. Vielmehr noch, hier war jemand, der einen "neuen Tempel" baute. Hier war der Messias!
Dennoch merkt man in den Evangelien immer wieder, wie weit die damaligen Erwartungen an den Messias von dem entfernt waren, was Jesus eigentlich vorhatte. Es heißt, dass viele Leute ihm folgten. Doch aus welchem Motiv? Um einen Teil vom Kuchen abzubekommen, wenn er nach ihren Vorstellungen als irdischer Herrscher regieren würde? Selbst die zwölf Jünger versprachen sich das anfänglich.
"Jesus vertraute sich ihnen nicht an, weil er sie genau kannte." [24]
Bis heute tut Gott Dinge anders, als wir es erwarten. Sind wir bereit, uns darauf einzulassen?