2. Samuel
Kapitel 13, Vers 1–14
Tamar wird vergewaltigt
1Absalom, einer von Davids Söhnen, hatte eine schöne Schwester namens Tamar. Eines Tages verliebte sich ihr Halbbruder Amnon in sie. Er war Davids ältester Sohn. 2Amnon begehrte Tamar so sehr, dass er krank wurde. Er sah keine Möglichkeit, an sie heranzukommen, denn die unverheirateten Töchter des Königs wurden gut behütet. 3Amnon war mit Jonadab befreundet, einem Sohn von Davids Bruder Schamma. Jonadab war ein sehr kluger Mann. 4Er fragte Amnon: »Was ist los mit dir, Königssohn? Jeden Morgen siehst du trauriger aus! Willst du es mir nicht sagen?« Da gestand Amnon: »Ich habe mich in Absaloms Schwester Tamar verliebt.« 5Jonadab riet seinem Freund: »Leg dich doch ins Bett und stell dich krank! Wenn dein Vater dich besucht, dann frag ihn, ob nicht deine Schwester Tamar dir etwas zu essen bringen könnte. Sag ihm: ›Wenn ich zuschauen kann, wie sie mir etwas Gutes kocht, dann bekomme ich bestimmt wieder Appetit und esse etwas. Sie selbst soll es mir reichen.‹« 6So legte Amnon sich ins Bett und stellte sich krank. Als der König kam, um nach ihm zu sehen, bat Amnon: »Könnte nicht meine Schwester Tamar zu mir kommen? Sie soll vor meinen Augen zwei Kuchen in der Pfanne backen und sie mir bringen.« 7Sofort schickte David einen Diener zu dem Haus, wo Tamar wohnte, und ließ ihr sagen: »Dein Bruder Amnon ist krank. Geh doch zu ihm und mach ihm etwas zu essen!« 8Tamar kam zu Amnon. Während sie einen Teig knetete, die Kuchen formte und sie in der Pfanne backte, lag er da und schaute ihr zu. 9Als sie ihm die fertigen Kuchen bringen wollte, weigerte sich Amnon zu essen. Stattdessen befahl er: »Alle Diener sollen das Zimmer verlassen!« Danach 10sagte er zu Tamar: »Ich will nur von dir bedient werden! Bring mir das Essen ins Schlafzimmer!« Tamar nahm die Kuchen und brachte sie ihrem Bruder ans Bett. 11Als sie ihm das Essen reichen wollte, packte er sie und sagte: »Komm, meine Schwester, leg dich doch zu mir!« 12Sie rief: »Nein, Amnon, zwing mich nicht zu so etwas. Das ist in Israel doch verboten. Ein solches Verbrechen darfst du nicht begehen! 13Was soll dann aus mir werden? Denk doch, welche Schande das für mich wäre! Und du würdest in ganz Israel als gewissenloser Kerl dastehen. Warum redest du nicht mit dem König? Bestimmt erlaubt er dir, mich zu heiraten.« 14Doch Amnon wollte nicht auf sie hören. Er stürzte sich auf sie und vergewaltigte sie.
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Weitere Infos →Die furchtbare Geschichte, von der wir heute lesen, wird oft umgangen. Ich lese sie nie und Predigten dazu hört man eher selten, wenn nicht sogar gefühlt gar nicht. Wer predigt schon gern über die Erzählung einer Vergewaltigung?! Und dennoch gehört diese Bibelgeschichte genauso wie alle anderen in die Bibel hinein.
Man könnte vieles dazu schreiben und wir werden in den nächsten Tagen noch mal auf diese Erzählung eingehen. Heute erst mal der folgende Impuls von mir:
Amnon war vollkommen von seinem sexuellen Trieb gesteuert. Doch als Christen müssen wir nicht so leben! Das ist ein wichtiger Punkt, den wir für heute mitnehmen dürfen. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass der Umstand, sexuell von den eigenen Trieben gesteuert zu werden, einen natürlich nicht automatisch zu einer/einem Vergewaltiger/in macht! Gott möchte uns aber in die Freiheit führen, das möchte ich betonen. Sex ist etwas Wunderbares und sexuelles Begehren gehört zum Menschsein dazu! Jedoch gibt die Bibel einen gesunden Umgang damit vor: Sex braucht nach unserem Verständnis der Bibel einen verbindlichen Rahmen, in dem tiefe Intimität möglich ist (vgl. 1. Korinther 7). Hier hat Sex seinen wunderbaren Ort.
Du musst nicht "Sklave deiner Triebe" sein oder bleiben. Du darfst (und kannst dann auch) weise, zielführende, nachhaltige Entscheidungen für den Umgang mit deiner Sexualität treffen! Galater 5 beschreibt solche Früchte des Heiligen Geistes, die aus der persönlichen Beziehung zu Jesus wachsen können. Mentoring, Seelsorge, professionelle Hilfe, geistliche Begleitung helfen dabei ebenso.
Gesteuert von Trieben ist keine Freiheit, sondern Sklaverei.