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Impuls

Unscheinbarer Anfang

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Berufung

1. Samuel

Kapitel 9, Vers 1–​14

Saul sucht die Eselinnen

1Im Gebiet des Stammes Benjamin lebte ein wohlhabender und angesehener Mann namens Kisch. Sein Vater hieß Abiël, sein Großvater Zeror. Zeror wiederum stammte von Bechorat ab, einem Sohn von Afiach, der ebenfalls aus dem Stamm Benjamin kam. 2Kisch hatte einen Sohn mit Namen Saul. Im ganzen Land sah niemand so gut aus wie er. Saul war stattlich und kräftig gebaut und einen Kopf größer als alle anderen Israeliten. 3Eines Tages liefen die Eselinnen seines Vaters davon. Da befahl Kisch seinem Sohn: »Mach dich mit einem der Knechte auf die Suche nach den Eselinnen!« 4Die beiden durchstreiften das Bergland von Ephraim und die Gegend von Schalischa, doch ohne Erfolg. Dann suchten sie die Gegend von Schaalim ab, fanden die Tiere aber nicht. Auch im Gebiet Benjamin waren die Eselinnen nicht zu sehen. 5Als sie schließlich in die Nähe von Zuf kamen, sagte Saul zu seinem Knecht: »Komm, lass uns nach Hause umkehren! Sicher macht sich mein Vater inzwischen mehr Sorgen um uns als um die Eselinnen.« 6Doch der Knecht wandte ein: »Warte noch! In der Stadt da oben wohnt ein Prophet. Er genießt hohes Ansehen beim Volk, denn alles, was er sagt, trifft ein. Komm, lass uns doch zu ihm gehen! Vielleicht kann er uns sagen, wo wir die Tiere finden.« 7»Aber was sollen wir ihm denn mitbringen?«, entgegnete Saul. »Unsere ganzen Vorräte sind aufgegessen, und auch sonst haben wir nichts dabei, was wir ihm schenken könnten.« 8»Doch, ich habe noch ein kleines Silberstück in der Tasche«, sagte der Knecht. »Das will ich dem Propheten geben, damit er uns zeigt, welchen Weg wir nehmen sollen.« 9 »Einverstanden«, meinte Saul, »gehen wir.« So schlugen sie den Weg zur Stadt ein, um den Propheten aufzusuchen. Als sie die Straße zur Stadt hinaufgingen, kamen ihnen ein paar Mädchen entgegen, die gerade Wasser holen wollten. 10 Die zwei Männer fragten sie: »Wisst ihr, ob der Seher in der Stadt ist?« Früher wurden die Propheten nämlich »Seher« genannt. 11 Wer damals etwas von Gott wissen wollte, sagte: »Komm, wir gehen zum Seher und fragen ihn.« 12Die Mädchen antworteten: »Ja, er ist da. Gerade ist er zum Opferfest gekommen, das heute gefeiert wird. Wenn ihr euch beeilt, 13trefft ihr ihn noch in der Stadt, bevor er zum Hügel hinaufsteigt, auf dem das Opfer dargebracht und das Festessen gehalten wird. Alle warten mit dem Essen auf ihn, denn erst wenn er das Mahl gesegnet hat, dürfen die Gäste essen. Geht nur in die Stadt. Ihr habt wirklich Glück, dass ihr ihn gerade heute dort antrefft.« 14Da gingen die beiden weiter zur Stadt hinauf. Am Stadttor begegnete ihnen Samuel, der gerade unterwegs zu der Opferstätte war.

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An dieser Stelle in der Bibel erscheint zum ersten Mal Saul auf der Bildfläche. Vielleicht hast du seinen Namen schon mal gehört. Saul wird in den kommenden Kapiteln der Bibel eine große Rolle spielen: Als König Saul würde er insbesondere in Bezug auf die Geschichte von König David Bedeutung bekommen. Doch wie so oft fangen die großen Geschichten in der Bibel klein an: Saul suchte mit dem Knecht seines Vaters nach Eselinnen, die entlaufen waren. Dass diese Suche kein Zufall in Gottes Plan war, werden wir morgen genauer nachlesen. Heute finden wir in der Bibelstelle nur den unscheinbar wirkenden Einstieg in die Geschichte.

Gott hatte Saul im Blick. Und das bereits lange Zeit, bevor er einmal zu König Saul, dem ersten König von Israel, werden würde. Gott hatte Saul genau in diesem Moment im Blick, als dieser die Eselinnen seines Vaters suchte.

Wenn wir noch lange nicht wissen, was Gott für uns geplant hat, weiß er es schon und er hat uns bereits im Fokus. Auch die unscheinbar wirkenden Anfänge können aus Gottes Perspektive zu etwas Großem führen. Wie ermutigend ist diese biblische Tatsache, die uns heute noch einmal vor Augen geführt wurde!? 😊

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