1. Samuel
Kapitel 24, Vers 9–16
David und Saul
9David ließ ihm einen kleinen Vorsprung, trat dann zum Ausgang und rief: »Mein Herr und König!« Saul drehte sich um; David verneigte sich tief vor ihm und warf sich zu Boden. 10Dann begann David zu reden: »Warum glaubst du dem Geschwätz einiger Leute, die behaupten, ich wolle dich ins Verderben stürzen? 11Heute kannst du mit eigenen Augen sehen, dass es nicht wahr ist! Vorhin in der Höhle hat der HERR dich mir ausgeliefert. Meine Leute wollten mich dazu verleiten, dich umzubringen. Doch ich habe dich verschont. Ich dachte: ›Niemals kann ich meinem König etwas antun, denn er ist vom HERRN selbst auserwählt worden.‹ 12Schau, mein Vater, was ich hier in der Hand halte: einen Zipfel deines Mantels! Den habe ich abgeschnitten, anstatt dich zu töten. Glaubst du jetzt, dass ich kein Verräter bin und nichts Böses gegen dich im Schilde führe? Ich habe dir nichts getan, und trotzdem verfolgst du mich und willst mich beseitigen. 13Der HERR soll Richter sein und entscheiden, wer von uns beiden im Recht ist. Er soll dich für das Unrecht bestrafen, das du mir antust. Ich aber werde dir kein Haar krümmen. 14Schon ein altes Sprichwort sagt: ›Nur Verbrecher begehen Verbrechen.‹ Nein, von mir hast du nichts zu befürchten. 15Wer bin ich schon, König von Israel, dass du mich verfolgst? Warum jagst du mir hinterher? Ich bin doch so unbedeutend wie ein toter Hund, ja, wie ein winziger Floh! 16Der HERR soll unser Richter sein. Er soll entscheiden, wer von uns im Unrecht ist. Möge er mein Fürsprecher sein und mir zu meinem Recht verhelfen.«
© Biblica, Inc.
Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.
“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.
Weitere Infos →David machte Saul eine klare und eindeutige Ansage. David wies Saul eindringlich darauf hin, wer an dieser Stelle im Unrecht war, nämlich König Saul selbst. David hätte Saul töten können, doch er tat es nicht. Saul hingegen verfolgte David bereits seit einiger Zeit, nur um ihn zu töten. David hielt diese mutige Rede der Gerechtigkeit vor seinem Erzfeind. Er sprach Tacheles und benannte klar und deutlich die Ungerechtigkeit, die ihm widerfahren war. Gleichzeitig betonte David, dass nur Gott selbst der Richter der ganzen Angelegenheit sein sollte. Nur Gott sollte entscheiden, wer im Recht war und wer nicht.
Wie gehen wir mit Konflikten um? Sie werden wahrscheinlich nicht so heftig sein wie der von David und Saul. Und doch: Wie reagieren wir auf Ungerechtigkeit, die uns widerfährt? Nehmen wir uns ein Beispiel an der Bibel: Ungerechtigkeit klar benennen. Damit unserem Gegenüber die Möglichkeit der Entschuldigung und Umkehr bieten. Selbst nicht ebenso ungerecht dem anderen gegenüber handeln, wie er es an uns getan hat. Gott einbeziehen und als einzigen benennen, der wirklich weiß, was Recht und Unrecht ist. Den Konflikt bewusst Gott übergeben und ihn um dessen Lösung bitten.