1. Samuel
Kapitel 24, Vers 1–8
David begegnet Saul
1Auch David zog weiter und blieb in den unzugänglichen Bergen bei En-Gedi. 2Kaum hatte Saul die Philister wieder aus dem Land vertrieben, da wurde ihm gemeldet: »David ist jetzt in der Wüste von En-Gedi!« 3Saul wählte 3000 Elitesoldaten aus ganz Israel aus und machte sich auf die Suche nach David und seinen Leuten. Als sie in der Nähe des Steinbockbergs vorbeikamen 4und dort bei den eingezäunten Schafweiden eine Höhle fanden, ging der König hinein, um seine Notdurft zu verrichten. Ausgerechnet im hintersten Winkel dieser Höhle hatten David und seine Männer sich versteckt. 5»Das ist die Gelegenheit, David!«, flüsterten einige von ihnen ihrem Anführer zu. »Der HERR hat doch versprochen, dir eines Tages deinen Feind auszuliefern. Jetzt kannst du mit ihm tun, was du willst!« Da schlich sich David nach vorne und schnitt unbemerkt einen Zipfel von Sauls Mantel ab. 6Doch er hatte ein schlechtes Gewissen dabei, und sein Herz klopfte wild. 7Als er wieder zu seinen Männern kam, sagte er: »Der HERR bewahre mich davor, meinem König etwas anzutun, denn er ist vom HERRN selbst eingesetzt worden! Nein, niemals werde ich Saul töten, denn der HERR hat ihn zum König erwählt.« 8David verbot seinen Männern, sich an Saul zu vergreifen. Nach einer Weile verließ Saul die Höhle wieder, um seine Suche fortzusetzen.
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Weitere Infos →David war Saul im letzten Teil nur knapp entkommen. Ein Notfall in den eigenen Reihen zwang Saul zur Umkehr. David hingegen konnte sich einen kleinen Vorsprung verschaffen. Dieser war jedoch schnell wieder aufgebraucht. Nachdem Saul die Angelegenheit mit den Philistern geklärt hatte, nahm er mit 3000 Elitesoldaten erneut die Verfolgung Davids auf.
Es kam zu einem Moment, der bizarrer nicht hätte sein können. Während einer Pause verrichtete Saul in einer Höhle seine Notdurft. Ausgerechnet in der Höhle, in der sich David und seine Leute versteckt hielten.
Stell dir das mal vor. Dein Feind, der dich töten will, sitzt plötzlich vor dir. Ist mit sich selbst beschäftigt, hat vielleicht sogar Verdauungsprobleme. Stinkt die ganze Höhle voll. Und du könntest ihn einfach töten. Das Problem aus deinem Leben entfernen.
David näherte sich der Dunstwolke. Doch statt Saul zu töten, riss er nur einen Zipfel von Sauls Gewand ab. Was David hier tat, offenbarte sein Herz. Wie oft musste sich David anhören, dass er etwas gegen Saul hätte?! Inzwischen hatte Saul so viel Böses getan, dass David allen Grund gehabt hätte, etwas gegen Saul zu haben. Doch im Kern war es eine Lüge, von der sich David nicht bestimmen ließ. Es waren Aufrichtigkeit, innere Klarheit und Gottesfurcht, die ihn leiteten.
Wahnsinn! Es gibt nichts mehr zu sagen, außer: Das will ich auch, Herr!