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Impuls

Verzweifle Nicht!

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Hoffnung

Apostelgeschichte

Kapitel 23, Vers 1–​11

PAULUS VOR DEM HOHEN RAT

1Ruhig blickte Paulus die Mitglieder des Hohen Rates an und sagte: »Liebe Brüder! Ich habe bis zum heutigen Tag Gott gedient, und zwar mit völlig reinem Gewissen.« 2Aufgebracht befahl daraufhin der Hohepriester Hananias den dabeistehenden Dienern, Paulus auf den Mund zu schlagen. 3Der aber rief: »Du Heuchler, Gott wird dich dafür strafen. Du willst hier nach dem Gesetz Recht sprechen, aber brichst selber das Gesetz und lässt mich schlagen!« 4Da empörten sich einige von den Dienern: »Du wagst es, den Hohenpriester Gottes zu beleidigen?« 5»Ich wusste nicht, Brüder, dass er der Hohepriester ist«, lenkte Paulus ein, »denn natürlich ist mir bekannt, dass es in der Heiligen Schrift heißt: ›Das Oberhaupt deines Volkes sollst du nicht beleidigen.‹« 6Paulus wusste, dass zum Hohen Rat sowohl Sadduzäer als auch Pharisäer gehörten. Deshalb rief er laut: »Brüder, ich bin ein Pharisäer wie viele meiner Vorfahren, und nun stehe ich hier vor Gericht, weil ich an die Auferstehung der Toten glaube.« 7Diese Worte lösten einen heftigen Streit zwischen den Pharisäern und Sadduzäern aus, und die Versammlung spaltete sich in zwei Lager. 8Denn im Gegensatz zu den Pharisäern behaupten die Sadduzäer: Es gibt keine Auferstehung und weder Engel noch Geister. 9Immer lauter wurde der Streit. Aufgeregt sprangen einige Schriftgelehrte der Pharisäer auf und riefen: »An dem Mann ist doch nichts, wofür er verurteilt werden könnte. Vielleicht hat ja wirklich ein Geist oder Engel zu ihm geredet.« 10Der Tumult nahm solche Formen an, dass der römische Kommandant fürchtete, Paulus vor der aufgebrachten Menge nicht länger schützen zu können. Deshalb ließ er einen Trupp Soldaten kommen, die Paulus aus der Mitte der Streitenden holten und ihn wieder in die Festung zurückbrachten. 11In der folgenden Nacht trat der Herr zu Paulus und sagte: »Du kannst unbesorgt sein! So wie du in Jerusalem mein Zeuge gewesen bist, sollst du auch in Rom mein Zeuge sein!«

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Der Prozess um Paulus in Jerusalem nimmt ganz neue Dimensionen an. Auf einmal ist ein waschechter Streit der unterschiedlichen religiösen Gruppen und zwischen ihren Überzeugungen entfacht. Jetzt geht's ums Eingemachte. Die Pharisäer und Sadduzäer, zwei Gruppierungen der damaligen Zeit, die sich in religiösen Dingen sehr stark in den Haaren lagen, gehen aufeinander los. Und Paulus ist mittendrin. Paulus hat mit seinen Worten über die Auferstehung Jesu das Fass zum Überlaufen gebracht. Und mitten in diesem Chaos, mitten in dem Prozess, in dem Paulus immer noch um sein Leben bangen muss, spricht Gott zu ihm: "Du kannst unbesorgt sein! So, wie du in Jerusalem mein Zeuge gewesen bist, sollst du auch in Rom mein Zeuge sein!" (V. 11) Die Reise soll also noch weitergehen. Für Paulus ist damit klar: Ich werde hier in Jerusalem nicht sterben. Für mich geht es weiter. Ich werde hier heil herauskommen und in Rom für Gott wirken.

Gott lässt uns nicht verzweifeln. So, wie er Paulus damals in dieser extremen Situation nicht einfach allein zurückgelassen hat, lässt er auch uns niemals allein zurück. Ja, Paulus hat die Tumulte gesehen. Ja, Paulus musste es aushalten, so extrem zwischen den Fronten zu stehen. Aber dann sprach Gott zu ihm. Dann ermutigte Gott ihn. Vielleicht stehst du gerade in Konflikten mit anderen Menschen, mit Umständen oder mit dir selbst. Vielleicht fühlt es sich ganz und gar nicht so an, als wäre Gott gerade bei dir. Aber das ist er eben wirklich. Und Gott wird dich ermutigen, Gott wird zu dir reden, Gott wird dich trösten. So ist unser Gott.