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Impuls

Weinendes Gebet

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Hoffnung

1. Samuel

Kapitel 1, Vers 9–​20

Hanna betet

9Eines Tages, als Hanna wieder einmal nur mit Mühe einige Bissen heruntergebracht hatte, zog sie sich von den anderen zurück und ging zum Heiligtum des HERRN; dort saß der alte Priester Eli auf einem Stuhl neben der Tür. 10Vor lauter Verzweiflung weinte Hanna hemmungslos. Unter Tränen betete sie 11und versprach dem HERRN: »Allmächtiger Gott, du siehst doch mein Elend. Wenn du Erbarmen mit mir hast und mich nicht vergisst, sondern mir einen Sohn schenkst, will ich ihn dir zurückgeben. Sein ganzes Leben soll dann dir, HERR, gehören. Als Zeichen dafür werde ich ihm nie die Haare schneiden.« 12Hanna betete sehr lange. Das fiel Eli auf, und er beobachtete sie. 13Ihre Lippen bewegten sich, die Worte aber waren nicht zu hören, weil Hanna leise betete. Eli hielt sie für betrunken 14und fuhr sie an: »Wie lange willst du eigentlich noch betrunken hier herumlungern? Geh und schlaf erst einmal deinen Rausch aus!« 15»Aber nein, mein Herr, ich bin nicht betrunken«, widersprach Hanna. »Ich bin nur sehr, sehr traurig und habe dem HERRN mein Herz ausgeschüttet. 16Halte mich bitte nicht für eine heruntergekommene Frau. Wirklich, ich habe nur aus lauter Verzweiflung so lange gebetet.« 17Da antwortete Eli: »Geh getröstet und in Frieden nach Hause! Der Gott Israels wird dir geben, worum du gebeten hast.« 18Hanna verabschiedete sich und sagte: »Behalte mich in guter Erinnerung!« Erleichtert ging sie zu den anderen zurück. Sie konnte wieder essen, und man sah ihr an, dass sie neue Hoffnung geschöpft hatte. 19Am nächsten Morgen standen Elkana und seine Familie früh auf. Sie beteten noch einmal den HERRN im Heiligtum an und kehrten dann nach Rama zurück. Als Elkana mit Hanna schlief, erhörte der HERR ihr Gebet. 20Sie wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. »Ich habe Gott um einen Sohn gebeten«, sagte sie und nannte ihn daher Samuel (»von Gott erbeten«).

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Der vorangegangene Abschnitt hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie aussichtslos die Situation für Hanna erschien. Der heutige Abschnitt bringt eine Wende in die Geschichte.

"Unter Tränen betete sie." [10]

Was Hanna tat, ist bemerkenswert. Sie bat Gott um einen Sohn und versprach ihm, ihn "zurückzugeben". Ihr Sohn sollte im Tempel aufwachsen und Gott dienen. Als der Priester Eli Hanna im Tempel beten sah, dachte er zuerst, sie sei betrunken.

"Ich bin nur sehr, sehr traurig und habe dem HERRN mein Herz ausgeschüttet. Halte mich bitte nicht für eine heruntergekommene Frau. Wirklich, ich habe nur aus Verzweiflung so lange gebetet." [15-16]

Lass mich dir eine praktische Frage stellen: Wo schüttest du dein Herz aus? Hanna lief zu Gott. Das war sicherlich alles andere als einfach. Wie oft mag Hanna schon zu Gott gebetet haben, ohne dass etwas geschah? Dennoch hatte sie den Mut, Gott in seinem Tempel erneut anzuflehen. Sie ließ los. Schüttete ihr Herz aus. Sie rang mit Gott. Und Gott hörte.

Sie bekam einen Sohn, den sie Samuel nannte, was so viel heißt wie "von Gott erbeten". Ich wünsche uns allen, dass wir vielen Dingen in unserem Leben den Namen "Samuel" geben können.