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Impuls

Wer gehört dazu?

Lucas Pöpelvon Lucas Pöpel
Identität

2. Mose

Kapitel 12, Vers 43–​51

VORSCHRIFTEN

43Der HERR sagte zu Mose und Aaron: »Für das Passahfest gebe ich euch folgende Anordnungen: Grundsätzlich gilt, dass Ausländer nicht am Passahmahl teilnehmen dürfen. 44Wenn ihr aber einen ausländischen Sklaven gekauft und ihn beschnitten habt, dann darf er von dem Lamm essen. 45Fremde, die nur vorübergehend bei euch leben und sich nicht eurem Volk anschließen, dürfen jedoch nicht an der Mahlzeit teilnehmen. Dasselbe gilt für ausländische Lohnarbeiter. 46Ihr müsst das Passahlamm in demselben Haus essen, in dem ihr es zubereitet habt. Bringt nichts von seinem Fleisch nach draußen und zerbrecht ihm keinen einzigen Knochen! 47Die ganze Gemeinschaft der Israeliten soll das Passahfest feiern. 48Wenn jemand, der aus dem Ausland stammt und bei euch lebt, mir zu Ehren mitfeiern will, soll er jeden Mann und jeden Jungen in seinem Haus beschneiden lassen. Dann gehört er auch zu eurem Volk und kann wie jeder andere Israelit am Fest teilnehmen. Ein Unbeschnittener aber darf auf keinen Fall vom Passahlamm essen. 49Für die Einheimischen und für die Fremden, die sich euch angeschlossen haben, soll ein und dasselbe Recht gelten.« 50Die Israeliten folgten den Weisungen, die Mose und Aaron vom HERRN empfangen hatten. 51An diesem Tag führte der HERR die Israeliten nach Stammesverbänden geordnet aus Ägypten fort.

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Wenn man als heutiger Mensch einen solchen Text liest, dann kann man sich schnell darüber wundern, dass keine "Fremden" (Elb.) oder "Ausländer" (HfA) mitessen durften. In unserer Kultur wird immer wieder (zu Recht!) betont, dass flüchtende Menschen aus anderen Ländern aufgenommen werden müssen. Sollen hier Menschen wegen ihrer Herkunft ausgegrenzt werden?

Die ganz einfache Antwort darauf leitet: Nein. In diesem Text geht es nicht um Ausländerfeindlichkeit, sondern um die Zugehörigkeit zum Volk Gottes. Das Passahfest dient dazu, dass sich jeder im Volk Israel – von klein bis groß – an die Befreiung aus dem Land Ägypten erinnert. Es soll fortwährend gefeiert werden, damit die Israeliten ihre eigene Identität als Volk Gottes fest vor Augen haben. Es zeigt ihnen, wo sie herkommen, wie Gott eingegriffen hat und treu zu ihrer Seite steht. Dies lässt sich auch gut auf das christliche Abendmahl oder die Feier der Eucharistie übertragen.

Deshalb können an diesem zentralen und identitätsstiftenden Fest auch nur solche Menschen teilnehmen, die Teil von Gottes Bund sind, was im Alten Testament durch die sog. Beschneidung deutlich gemacht wurde. Das Passahfest ist somit kein privates Fest, bei dem Gott individuell angebetet wird, sondern eine Angelegenheit für die ganze Gemeinschaft der Gläubigen, die an ihren Bundesgott gebunden sind. Es geht also nicht um Ausgrenzung, sondern um die Zugehörigkeit zum Volk Gottes.