Matthäus
Kapitel 11, Vers 16–24
Das Urteil Jesu über seine Zeitgenossen
16»Wie soll ich die Menschen von heute beschreiben? Sie sind wie Kinder, die sich auf dem Marktplatz streiten und einander vorwerfen: 17›Wir haben fröhliche Lieder auf der Flöte gespielt, und ihr habt nicht getanzt. Dann haben wir Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht getrauert.‹ 18Johannes kam, fastete oft und trank keinen Wein. Da hieß es: ›Der ist ja von einem Dämon besessen!‹ 19Nun ist der Menschensohn gekommen, isst und trinkt wie jeder andere, und jetzt heißt es: ›Er frisst und säuft, und seine Freunde sind die Zolleinnehmer und Sünder!‹ Doch wie recht die Weisheit Gottes hat, erweist sich in dem, was sie bewirkt.« 20Mit scharfen Worten tadelte Jesus dann die Städte, in denen er die meisten Wunder getan hatte und die trotzdem nicht zu Gott umgekehrt waren: 21»Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn die Wunder, die ich bei euch getan habe, in den nichtjüdischen Städten Tyrus oder Sidon geschehen wären, dann hätten ihre Einwohner längst Trauerkleider angezogen, sich Asche auf den Kopf gestreut und wären zu Gott umgekehrt! 22Ich versichere euch: Am Tag des Gerichts wird es Tyrus und Sidon besser ergehen als euch. 23Und du, Kapernaum, meinst du etwa, du wirst zum Himmel erhoben? Nein, ins Reich der Toten wirst du hinabfahren! Wenn die mächtigen Taten, die du erlebt hast, in Sodom geschehen wären, würde die Stadt noch heute stehen. 24Du kannst sicher sein: Es wird Sodom am Gerichtstag besser ergehen als dir!«
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Weitere Infos →Denkst du, Jesus war jemals frustriert?
Wenn ich mir die heutigen Verse anschaue, denke ich, dass er zumindest ein bisschen frustriert gewesen sein muss. Weshalb? Weil den Menschen damals nichts gut oder richtig genug war. Irgendwie klingt das bekannt. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich bin der Typ, der selten sagt, dass etwas "richtig gut" ist. Meine Antwort ist oft ein deutsches "nicht schlecht". Das ist ja auch schon halb gelobt.
Genau diese Einstellung konfrontierte Jesus hier. Nichts ist uns gut genug. Weder Johannes, der nichts trank, noch Jesus, der auch mal mit den Leuten feierte, reichten aus (vgl. V. 18 und 19). Wir Menschen finden immer irgendwo ein Haar in der Suppe. Irgendetwas passt uns immer nicht. Nicht einmal beim perfekten Gott, der als Mensch auf diese Erde kam. Interessant, oder?
Ich glaube, Jesus sprach hier ein fundamentales Problem an. Sobald etwas nicht in unser Bild von Gott passt, wollen wir es durch unsere Kritik korrigieren. Oft ist unsere Reaktion darauf sogar, dass wir es ablehnen. Ironisch ist dabei jedoch, dass WIR uns eigentlich durch das, was uns so anstößt, korrigieren lassen sollten. Denn er ist ja Gott, nicht ich bin es. Seine Ansichten sind perfekt, meine nicht.
Die Frage ist: Lässt du dich von ihm korrigieren? Gibt es Dinge an ihm, die dich "stören"? Weshalb? Lass dir von ihm dein Gottesbild zurechtrücken.