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Impuls

Wieso greift Gott nicht ein?

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Hoffnung

Johannes

Kapitel 11, Vers 1–​15

GROßER GLAUBEN

1Ein Mann namens Lazarus, der in Betanien wohnte, war schwer erkrankt. Im selben Dorf wohnten auch seine Schwestern Maria und Marta. 2Maria war es gewesen, die mit kostbarem Salböl die Füße des Herrn übergossen und sie mit ihrem Haar getrocknet hatte. Weil ihr Bruder Lazarus so krank war, 3ließen die beiden Schwestern Jesus mitteilen: »Herr, dein Freund Lazarus ist schwer erkrankt!« 4Als Jesus das hörte, sagte er: »Diese Krankheit führt letztlich nicht zum Tod, sondern durch sie soll Gottes Macht und Herrlichkeit sichtbar werden, und auch der Sohn Gottes wird dadurch geehrt.« 5Jesus liebte Marta, ihre Schwester Maria und Lazarus. 6Aber obwohl er nun wusste, dass Lazarus schwer krank war, wartete er noch zwei Tage. 7Erst danach sagte er zu seinen Jüngern: »Wir wollen wieder nach Judäa gehen.« 8Doch seine Jünger wandten ein: »Rabbi, vor kurzem haben die Leute in Judäa versucht, dich zu steinigen. Und jetzt willst du wieder dorthin?« 9Jesus antwortete: »Ist es nicht zwölf Stunden am Tag hell? Wer sicher laufen will, muss diese Zeit nutzen; denn nur bei Tageslicht sieht er den Weg. 10Wer nachts unterwegs ist, stolpert in der Dunkelheit, weil das Licht nicht bei ihm ist.« 11Nachdem er das seinen Jüngern gesagt hatte, meinte er: »Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen, aber ich will hingehen und ihn aufwecken!« 12Die Jünger erwiderten: »Herr, wenn er schläft, wird er bald wieder gesund sein.« 13Sie meinten nämlich, Jesus hätte vom gewöhnlichen Schlaf gesprochen, aber er redete von Lazarus’ Tod. 14Deshalb sagte Jesus ihnen ganz offen: »Lazarus ist gestorben! 15Doch euretwegen bin ich froh, dass ich nicht bei ihm gewesen bin. Denn nun könnt ihr lernen, was Glauben heißt. Wir wollen jetzt gemeinsam zu ihm gehen!«

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Wieso greift Gott nicht ein? Diese Frage beschäftigt viele Menschen in sehr unterschiedlichen Situationen. Die Geschichte von Lazarus spiegelt eine solche Situation gut wider. Der Autor des Evangeliums gibt sich alle Mühe, die tiefe Verbundenheit zwischen dem schwer kranken Lazarus und Jesus herüberzubringen. Nach meinem Verständnis wollte er zum Ausdruck bringen, wie viele Gründe Jesus besaß, um einzugreifen. Doch was lesen wir stattdessen?

"Obwohl er nun wusste, dass Lazarus schwer krank war, wartete er noch zwei Tage" [6] an dem Ort, an dem sie sich gerade befanden. Keine Dringlichkeit. Keine Eile. Von außen betrachtet fast schon gleichgültig. Doch Jesus folgte einem göttlichen Plan.

Wie oft denken wir, dass Gott außer Kontrolle ist, wenn er nicht eingreift? Dabei erscheint es mir so, als hätte er gerade dann die Kontrolle, wenn es ruhig ist. Erinnerst du dich, wie er im Sturm bei den Jüngern im Boot auf einem Kissen schlief? Er hatte die Kontrolle.

Er hatte einen Plan. Auch für Lazarus: "Diese Krankheit führt letztlich nicht zum Tod, sondern durch sie soll Gottes Macht und Herrlichkeit sichtbar werden." [4]

Als Betroffene/r ist das Warten niemals einfach; und dennoch solltest du in dem Warten niemals die Hoffnung verlieren. Am Ende steht seine Herrlichkeit, die wir spätestens nach der Auferstehung in einer neuen Welt erleben werden.