Mir kam diese Tage ein Auszug aus der Serie „Haus des Geldes“ zu Gehör, welche dir bereits begegnet sein mag, insofern du diese Serie geschaut hast. Falls nicht, keine Sorge, es wird nun nicht weiter um die Serie gehen, sondern um den Inhalt des Gesagten. Berlin, einer der Hauptakteure, spricht dabei über die Zeit bzw. den Zeitverlauf in seiner Bedeutung und ich fasse es dir mal ganz frei übersetzt und gekürzt wie folgt zusammen:
Es ist schon merkwürdig, dass etwas so Konkretes und Messbares wie die Zeit gleichzeitig so relativ ist: Eine Stunde sind 60 Minuten und eine Minute sind 60 Sekunden. Trotz allem ist eine Minute unter Wasser, ohne atmen zu können, nicht dasselbe wie eine Minute in völliger Geborgenheit. Wenn ich dir sage, du müsstest einen ganzen Monat damit verbringen, Reggaeton zu hören, so wäre dies sicherlich – bei allem Respekt – eine enorm lange Zeit für dich. Und wenn ich dir sagen würde, dass du nur noch einen Monat zu leben hättest, so beginnt es in diesem Moment, dass dir bewusst wird, hier geht es nicht mehr um die reine Zeit, sondern um das, was du mit dieser Zeit anstellst. Würde ich dir sagen, dass dir lediglich noch 24 Stunden blieben – was würdest du tun? Dich verabschieden, beten, aufgeben oder deprimiert daliegen? Die angebrachte und richtige Antwort wäre: zu leben, sich zu amüsieren und keine Angst vor dem Tod zu haben.
Ich möchte, dass du dir in Ruhe diese Gedanken durch den Kopf gehen lässt. Wie oft lassen wir die Zeit, welche uns gegeben ist, doch verstreichen?! Hoffen und sehnen uns danach, dass sie verstreicht, weil wir auf einen bestimmten Tag oder ein Ereignis warten. Übergehen wir damit nicht ein wenig diese, wie ich sie mal nenne, Zwischenzeit? Schlussendlich haben wir nur dieses eine Leben auf dieser Welt, welches uns gegeben wurde. Wir dürfen uns immer wieder neu entscheiden, was wir mit dem Leben anfangen, wozu wir unsere Zeit nutzen, die von uns genutzt werden darf. Zeit ist relativ, aber auch subjektiv. Oftmals verstreicht sie gefühlt viel zu schnell, wenn wir schöne Dinge unternehmen oder uns bei einem Menschen befinden, den wir schätzen und mögen. Doch lass dir bei all dem die Zwischenzeiten nicht nehmen. Die Zeiten, die vor sowie nach den Dingen liegen, wonach wir uns sehnen und worauf wir uns freuen. Es sind eben diese Zeiten, die uns einmal mehr bewusst machen, wer wir sind, Zeiten, die uns formen und stärken, aber auch herausfordern. Es sind Zwischenzeiten, die uns zu der Person machen, die wir sein dürfen. Es sind Zeiten und Momente, die Gott uns gegeben hat. Es darf an uns liegen, ob wir diese damit verbringen wollen, dass wir hoffen, sie gehen einfach nur schnell vorbei, oder dass wir diese noch für etwas nutzen. Vielleicht dafür, Entscheidungen zu treffen, die längst überfällig sind, eine Sprache zu lernen, jemand anderem eine Freude zu bereiten, oder einfach dafür, neue Kraft zu finden und auszuruhen. Unsere angebrachte Antwort sollte lauten: Leben. Lasst uns einmal mehr die Zeit schätzen, welche wir bekommen haben.