Vor nicht allzu langer Zeit habe ich hier in einem Blogbeitrag ein Buch mit dem Titel „Die 1%-Methode – minimale Veränderung, maximale Wirkung“ vorgestellt. In diesem Buch wird beschrieben, wie man jeden Tag um 1 % „besser“ werden kann, indem man gute Gewohnheiten etabliert. Das Thema rund um die Entwicklung von Gewohnheiten beschäftigte mich bereits vor dem Lesen des Buches und, wie mir erscheint, es könnte sogar mein Jahresthema sein … Denn auch auf der Teen- und Jugendfreizeit meiner Gemeinde, bei der ich als Mitarbeiterin mitgefahren bin, war das Thema „Good Habits“, also gute Gewohnheiten. So begegnete mir diese Thematik auf unterschiedliche Art und Weise.
Über die Wochen und Monate des Buchlesens und der Freizeit habe ich mich jedoch gefragt, wie ich es nun schaffen kann, Gott in diese Thematik hineinzunehmen. Wenn ich nämlich davon ausgehe, dass Gott der Herr meines Lebens ist, dann möchte ich auch, dass ER mir zeigt, welche guten Gewohnheiten ich in meinem Leben entwickeln kann, um ihm ähnlicher zu werden. So soll mein Lebensziel sein, Jesus immer ähnlicher zu werden und seinen Lebensstil zu imitieren. Eben das erscheint so unfassbar schwer. Doch es gibt Hoffnung – und Gottes Wort, die Bibel, ist voll davon!
Ich möchte dir in diesem Blogbeitrag zu jedem Buchstaben des Wortes „Habit“ Begrifflichkeiten mitgeben, die helfen sollen, Gewohnheiten aufzubauen und Gottes Perspektive nicht zu verlieren.
HABIT = Healthy – Gesunde Identität
Einer der Hauptgründe, dass wir es nicht schaffen, gute Gewohnheiten beizubehalten und die schlechten abzulegen, ist unser Selbstbild. Wenn wir Neues beginnen und Altes ablegen wollen, verfolgen wir oftmals einen Plan, der allein auf unserem Tun basiert. Stattdessen sollten wir unsere Ziele fokussieren und sie darauf gründen, wer Gott ist und wer wir sein wollen. So ist das allererste Ziel, herauszufinden, wie Gott dich sieht, um so das WER vor das WAS (bzw. das Tun) zu setzen. Mach dich also auf die Suche nach alten Verletzungen, Unversöhnlichkeiten sowie Fehlern, und dann ersetze jede einzelne Lüge deines Lebens durch Gottes Wahrheit über dich. Welche Lügen bestimmen dein Bild von dir und durch welche Wahrheiten Gottes kannst du sie ersetzen?
HABIT = Ask for help – Bitte um Hilfe
Immer wieder lesen wir in der Bibel von lebendiger Gemeinschaft. So wird deutlich gemacht, dass die Vernachlässigung der Gemeinschaft mit anderen Christen nicht nur keine gute Gewohnheit, sondern sogar eine schlechte ist. Das griechische Wort für Gewohnheit heißt ethos und bedeutet so viel wie „etwas zu einem Brauch machen“. Wir sollten es uns also zum Brauch machen, uns mit anderen Gläubigen zu treffen und diese auch um Hilfe zu bitten. Überlege dir, wer solche Menschen für dich sein können. Personen, denen du dich völlig anvertrauen kannst, deren Ratschlag und auch konstruktive Kritik du annehmen kannst und die dir helfen, in deiner Beziehung zu Gott zu wachsen. Mach dir solche Gespräche zur Gewohnheit!
HABIT = Be kind to yourself – Sei liebevoll zu dir selbst
Gute Gewohnheiten zu etablieren, bedeutet immer auch, Perfektionismus aufzugeben. Es geht folglich darum, nachsichtig und gütig mit sich selbst zu sein, auch wenn wir es nicht immer schaffen, neue Gewohnheiten beizubehalten. Insbesondere in diesen Phasen sollten wir an Gottes Wahrheit und seinen Zusprüchen, die uns eine gesunde Identität geben, festhalten. Jesus gibt uns im Neuen Testament das wohl wichtigste Gebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Daraus wird deutlich, dass wir andere nur in dem Maße lieben können, wie wir uns auch selbst lieben und akzeptieren. Gib also nicht auf, wenn du gescheitert bist, sondern steh auf, schau auf Jesus, bitte ihn um Vergebung und versuche es aufs Neue! Nur durch seine Kraft und seine Liebe können wir es schaffen.
HABIT = Investigate and make changes – Erforsche und verändere
Meist bestehen Gewohnheiten aus der Abfolge eines Auslösers („Ich habe Hunger“), eines darauffolgenden Verhaltens („Ich gehe zum Kühlschrank“) und einer abschließenden Belohnung („Ich esse etwas“). Dieses Prinzip wird auch als Gewohnheitsschleife bezeichnet. Demzufolge lassen sich all unsere guten und eben auch schlechten Gewohnheiten auf Auslöser, Verhalten und Belohnung erforschen. Doch wie schaffen wir es, aus einer negativen Gewohnheitsschleife auszubrechen und Verhalten zu ändern? In 1. Korinther 13:10 steht:
Gott steht treu zu euch. Er wird auch weiterhin nicht zulassen, dass die Versuchung größer ist, als ihr es ertragen könnt. Wenn euer Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen.
Mit dieser Gewissheit können wir mutig erforschen, wo alte und schlechte Gewohnheitsschleifen unser Leben bestimmen. Wir können anfangen, gute Gewohnheiten zu etablieren, denn wir wissen, dass Gott unser Bestes will, uns helfend zur Seite steht und wir mit seiner Führung zu diesen neuen Gewohnheiten finden können.
HABIT = Trust the God-process – Vertraue der göttlichen Arbeitsweise
Wusstest du, dass Gewohnheiten eine Arbeitsweise abbilden, die Gott etabliert hat? Dies sehen wir im Schöpfungsbericht im ersten Buch der Bibel. Gott nutzte eine bestimmte Arbeitsweise, um Neues, Gutes zu erschaffen. Er hatte Gewohnheiten, hervorragend und beständig zu arbeiten, er bat Adam und Eva um Hilfe und er betonte jeden Tag aufs Neue, dass seine Arbeit gut war. Zudem nahm er sich einen Tag der völligen Ruhe. So dürfen auch wir uns bezüglich unseres Lebens darauf verlassen, dass Gott am Arbeiten ist und dass er Neues und Gutes für uns bereithält, während wir ein gesundes Selbstbild entwickeln, andere um Hilfe bitten, liebevoll zu uns selbst sind, nachforschen und seiner Arbeitsweise vertrauen.
Bei all dem wurde mir immer mehr bewusst, dass gute Gewohnheiten zwar dienlich sein können, jedoch niemals das Verlassen auf Gottes Hilfe ersetzen. Ganz im Gegenteil werden sie erst zu guten Gewohnheiten, WEIL Gott hilft. Wenn wir Gott in all unser tägliches Handeln einbeziehen, wird es zu göttlichem Handeln. Ohne seine Kraft, seinen Frieden und seine Gnade können wir keine guten Gewohnheiten etablieren, die seinen Willen für unser Leben widerspiegeln und uns Jesus ähnlicher werden lassen.