Als perfektionistischer Mensch wohnt mir ein gewisses Maß an Planungssicherheit inne. Das bedeutet genauer gesagt, dass ich Spontaneität immer dann gut finde, wenn man mich frühzeitig in die geschmiedeten Pläne einweiht. Und ja, das wird in meinem Leben immer dann zu einem Problem, sobald die Dinge eben nicht im Voraus planbar oder vorhersehbar sind. Auf eine solche Situation traf ich im letzten Jahr und ich möchte dir in diesem Blogbeitrag gern erzählen, inwiefern Gott darin eine Rolle gespielt hat.
Das vergangene Jahr war ein sehr besonderes Jahr, denn wir haben geheiratet. Nicht nur, dass dieser Hochzeitstag für uns ein ganz besonderer werden sollte, auch die kommende Zeit der Ehe würde einiges Neues und Unbekanntes mit sich bringen, so war ich mir sicher. Ein gewisser Aspekt beschäftigte mich dabei immer wieder: Es war der Gedanke daran, mit dem Ja-Wort auch ein Ja zur Eigenverantwortung und finanziellen Unabhängigkeit zu geben. Ich wusste, dass wir in diesem Bereich auf Gottes Hilfe und Versorgung angewiesen sein würden, denn ein sicheres Gehalt hatte nur mein Mann durch sein berufsbegleitendes Studium. Ich wiederum hatte durch mein Lehramtsstudium nur als Vertretungskraft bei Krankheit anderer Lehrkräfte eine Arbeitsstelle. Das konnten 1 bis 5 Tage die Woche mit unterschiedlichem Stundenumfang sein. Sehr unvorhersehbar und nicht im Vorhinein planbar. Drei Jahre hatte ich diese Situation akzeptiert, doch ich wollte eine Veränderung, bei der ich sowohl meine Arbeitszeit als auch mein Gehalt besser planen konnte. Und so bin ich die Sache angegangen:
Gebet und Aktiv-Werden
Immer wieder habe ich in den unterschiedlichsten Alltagssituationen ein kleines Stoßgebet gen Himmel gesendet, bei dem ich Gott meine aktuelle Gedanken- und Sorgenlage mitgeteilt und abgegeben habe. Und dennoch habe ich die Hände nicht gefaltet im Schoß liegen gelassen, sondern bin selbst aktiv geworden. Ich habe unterschiedliche Schulen angerufen und nach möglichen Stellen gefragt. Doch erst einmal ohne Erfolg …
Vertrauensvoll warten
Diese Misserfolgserlebnisse bedeuteten für mich, weiterhin abzuwarten und darauf zu vertrauen, dass Gott den großen Überblick behalten würde. Etwas, das sich hier geschrieben und gelesen so viel einfacher vorstellen lässt, als es in Realität war. Denn damit wären wir wieder bei der nicht vorhandenen Planungssicherheit. Und doch bleibt eins sicher: Vertrauen zahlt sich aus, denn Gott hält seine Zusage, dass er uns versorgt und sein Timing ist perfekt.
Gottes Timing
Nach etlichen vergeblichen Anrufen an den verschiedensten Schulen habe ich mein aktives Tun vorübergehend niedergelegt. Teils aus Frust, teils aus völliger Hingabe meiner Lage vor Gott. Und letztlich hätte es nicht besser laufen können. Nur ein paar Tage später landete eine E-Mail in meinem Postfach, in der eine Schule eine Stelle mit fester Stundenzahl und befristeter Zeitangabe ausschrieb. Daraufhin bewarb ich mich und ich bekam die Stelle. Welch Freudenmoment! Und doch blieb mir im Hinterkopf die befristete Zeitangabe. Würde sich etwas an diese Stelle anschließen, sodass ich in unserem ersten Ehejahr ein sicheres Einkommen haben würde?
Der Kreislauf
Und wieder begann der Kreislauf aus „Gebet und Aktiv-Werden“, „vertrauensvolles Warten“ und „Gottes Timing“. So saß ich eines Tages in meinem Studierzimmer und ich blickte auf unsere ortsansässige Schule mit dem Wunsch im Kopf, dort arbeiten zu können. Doch so unmöglich mir dieser Wunsch erschien, so schnell verwarf ich den Gedanken daran. Bis mich ein paar Wochen später die Schulleiterin kontaktierte und sich nach meinen zeitlichen Kapazitäten erkundigte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits die feste Anstellung an der anderen Schule, sodass ich gleich zu Beginn des Telefonats die Hoffnung der Schulleiterin enttäuschen musste. Doch im nächsten Augenblick stellte sich heraus, dass sie niemanden für den aktuellen Zeitpunkt suchte, sondern für das Ende des Jahres bis zu den Sommerferien dieses Jahres. Und wieder dachte ich, sie enttäuschen zu müssen, denn meine Anstellung ging bis Ende des Jahres …
Gottes Timing ist perfekt!
Exakt in diesem Moment stellte sich jedoch heraus, dass das Timing nicht besser hätte sein können. Zwischen meiner zu dieser Zeit ausgeübten Stelle und dem Angebot der Schulleiterin am Telefon lag exakt ein Wochenende. So konnte ich tatsächlich zusagen und hatte auch nach der befristeten Stelle eine Perspektive für eine Weiteranstellung. Gottes Timing war besser als gut – es war perfekt!
Was ich dir mitgeben möchte
Gottes Wirken in unserem Leben kann – muss aber nicht nur – durch Gebet passieren. Ich denke, dass das Gebet eine wichtige Grundlage unseres Glaubens an einen wundervollen und fürsorglichen Gott und Vater ist. Doch auch unser aktives Tun kann Gott nutzen, um in unserem Leben zu wirken. Dabei dürfen wir immer wieder vertrauensvoll in den „Rückspiegel“ blicken und dankbar werden für all die guten Dinge, die er bereits in unserem Leben getan hat. Dieser Blick kann uns helfen, geduldig und voller Vertrauen abzuwarten. Und letztlich glaube ich, dass Gottes Timing so viel besser ist als unsere Vorstellung davon. Oftmals meinen wir zu wissen, wann welche Veränderung richtig und passend ist. Doch Gott allein kennt unseren Lebensweg und weiß am besten, uns zu versorgen.
Auch heute weiß ich nicht, ob ich nach meiner jetzigen befristeten Stelle ein neues Jobangebot finde. Doch zurzeit möchte ich genau darin wachsen, dankbar in den Rückspiegel zu blicken und vertrauensvoll die Zukunft zu erwarten. Mit dem Wissen, dass Gottes Timing perfekt ist!