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Wo du stehst

Mona Kleinfeldvon Mona Kleinfeld
Hoffnung
Wo du stehst

Es gibt diese Momente, in denen wir direkt oder indirekt auf unser Leben blicken. Diese eine Werbung vermittelt mir, wo ich im Leben stehen sollte und was es alles zu erreichen gäbe. Ein Austausch mit der Familie oder Bekannten führt dazu, dass man darlegt, wie weit man in seinem Studium oder Beruf gekommen ist. Zudem reflektiere ich selbst, inwiefern die vermeintlichen Pläne der letzten Monate und Jahre umgesetzt worden sind. Alles in allem sind es diese Momente, in denen ich mich mit meinen Wünschen, Hoffnungen und Plänen auseinandersetze.

Wir treffen Entscheidungen, legen los und gehen voran. Manche sind dabei einfacher und schneller umsetzen, andere werden uns mehr Kraft kosten. Und doch steht hinter all dem ein Gedanke und der Wunsch, das Leben zu gestalten. Dabei im Austausch mit anderen oder mit sich selbst zu sein, bringt einen voran.

Die Realität bei all dem ist allerdings aber auch, dass unsere Leben individuell verlaufen. Dies ist allein der Tatsache geschuldet, dass du andere Wünsche als ich in dir hast. Und doch gibt es immer wieder diesen Punkt, an dem wir unzufrieden sind. Dort, wo ich investiert habe, um nach dem Studium direkt den Beruf auszuüben, den ich schon immer ausüben wollte. Dort, wo in der eigenen Vorstellung klar war, dass nach der Ausbildung die Hochzeit, das Haus und die Familie folgen sollten. Nun stehe ich an diesen Punkten und bin unzufrieden, dass der vermeintliche Traumberuf keinen Spielraum für Freizeit und Freude ermöglicht. Das eigene Haus ist bezogen und die Familie wächst weiter zusammen. Doch man selbst hatte sich alles anders vorgestellt und es nicht mit einem so großen Kraftakt verbunden.

An welchem Punkt stehst du also? Frustriert dich der Job, für den du vor Jahren so viel investiert und gegeben hast, damit du ihn ausüben darfst? Gibst du dieser Unzufriedenheit im Alltag mehr Platz als dem Bewusstsein dafür, dass du es bis hierhin geschafft hast? Indem wir vorangehen und das Leben gestalten sowie füllen, ändern sich natürlich auch Wünsche und Betrachtungsweisen. Ich möchte gar nicht negativ behaften, dass einige Situationen und Lebensumstände uns immer wieder enorm viel abverlangen werden. Vielmehr möchte ich, dass wir uns zwischendurch fragen und bewusst machen, wofür wir diesen Weg einmal gegangen sind. Weshalb wolltest du z. B. diesen bestimmten Karriereweg einschlagen oder hast du dir so sehr gewünscht, in dieser einen Stadt zu wohnen? Was kann daraus an neuer Motivation und Kraft entstehen, auch im Zusammensein mit anderen?

Wo du stehst, macht deutlich, auf welche Weise du das Leben annimmst. Selbst wenn es aktuell herausfordernd ist, liegt in dem Ursprung vielleicht mehr. Eine Hoffnung, ein Wunsch und das Umsetzen von Möglichkeiten, die uns gegeben werden. Auch wenn das Ergebnis nicht dem entspricht, wie die Vorstellung gewesen ist, darf es gut sein. Gut, weil es dich und mich persönlich voranbringt, herausfordert und neu dankbar werden lässt. Auch wenn vieles so verläuft, wie du es dir ausgemalt hast, du trotzdem irgendwo dabei mit dir haderst – sei dankbar für den Moment, in dem du sinnbildlich stehst. Auch daraus darf neue Motivation und Kraft entstehen.