Sicherlich kennst du Phasen im Leben, in denen alles nur mühsam vorangeht. Momente, in denen sich eigenes Unwohlsein ausbreitet und wir es gar nicht so richtig ausfindig machen können. Es mag zu lang dauern, bis die versprochene berufliche Weiterentwicklung vorangeht. Vielleicht wurden dir auch Dinge von anderen Menschen versprochen und weiterhin siehst du davon nichts. Viele der Dinge, die sich durch unser Leben ziehen, haben einmal klein begonnen. Damit meine ich, dass besagte Aussichten, Optionen oder aber Probleme an uns adressiert wurden oder sich einfach aus weiteren Dingen ergeben haben. Natürlich ist nicht alles negativ behaftet. Gleichzeitig haben auch wir eigene Ideen, um z. B. ein Business weiterzuentwickeln oder um etwas in unserem eigenen Lebensstil anzugehen. Doch es geht nur mühsam voran.
Wann auch immer sich all diese Möglichkeiten und genauso Veränderungen auftun, stellt sich mir folgende Frage: Sind wir offen, zu erkennen und es anzugehen, oder verharren wir, bis sich Gegebenheiten entwickelt haben? Aktives Agieren oder doch passives Stehenbleiben, wo findest du dich eher wieder?
Wenn wir uns wieder mal nur beschweren, lasst uns anfangen, wenigstens in einer dieser Situationen zu handeln. Ansonsten wird das Beschweren irgendwann größer als die eigentliche Ausgangslage. Ab wann tauschen wir uns intensiver mit Gott aus? Wenn die Ernüchterung bereits in Angst, Scham oder Unmut übergegangen ist? Oder doch bereits zu Beginn, nämlich dann, wenn das Leben uns vor neue Situationen stellt?
Bei all dem gilt es, sich bewusst zu machen, dass wir selbst Verantwortung für unser Leben bekommen haben. Was ich damit meine: Anstatt zum Beispiel durchweg daran zu verzweifeln, dass Gott bisher nicht Tausende Gebete bzgl. einer bestimmten Sache (z. B. ein möglicher Umzug) klar beantwortet hat, hast du schon mal daran gedacht, dass Gott dich so oder so begleiten wird? Natürlich könnte er dir deutlich zeigen, wohin dich dein Weg aktuell führt. Genauso sind aber auch wir selbst gefragt, Entscheidungen treffen zu dürfen. Lasst uns nicht einen vermeidbaren Unmut aufbauen und diesen erstarken lassen, der sich über unsere eigentliche Motivation für neue Dinge und Ideen im Leben stellt. Ansonsten geraten wir in eine Spirale, in der das Klagen und der Unmut im Leben alles einnehmen, was uns mal ausgemacht hat. Motivation, Freude und Mut kommen mir abhanden und ja, ich selbst habe mich schon oft genug an dem Punkt befunden, an dem ich voll mit Unverständnis gegenüber Gott geworden bin. Eben weil ich angefangen habe, mich zu extrem auf Dinge zu fokussieren, die nicht die erste Priorität für das eigentliche Weiterkommen hatten.
Vielleicht dürfen wir uns hier einmal mehr selbst reflektieren. Sozusagen alles auf Anfang setzen. Neu nachdenken, und zwar darüber, worin sich die eigentliche Ausgangssituation begründet hat. Um im Bild von vorhin zu bleiben: Weshalb kam überhaupt der Gedanke auf, in eine andere Stadt oder in ein anderes Land zu gehen? Gibt es dafür andere Möglichkeiten und Wege? Bei diesem Hinterfragen geht es mir vor allem um diese Begegnungen und Momente im Leben, die sich ein wenig langfristiger auftun. Wo wir ein Ziel ausgemacht haben und im Prozess den Blick für das Ganze verlieren. In den Momenten, in denen Gott nicht so antworten mag, wie du es dir selbst vorgestellt hattest. Machst du weiter? Oder lässt du den Unmut immer größer werden und du verlierst dabei deinen Fokus?
Warten ist mühsam, das kennen wir alle nur zu gut. Wunderbar ist – und hier bin ich sicher, dass wir alle aus eigener Erfahrung sprechen –, dass Gott nicht nur die Momente begleitet, in denen es unmittelbar vorangeht, sondern umso mehr auch dann, wenn Wege sich nicht auftun. Nutze diese Tage, die nächsten Wochen und ebenso dieses Jahr, damit Gott dir in den Situationen begegnen kann, die schwerwiegender und durchweg mühsam sind. Damit er direkt an deiner Seite ist, wenn es wieder heißt: „Und nun?“