Matthäus
Kapitel 12, Vers 9–14
Jesus entgegen der Gesetze
9Nach diesen Worten ging er weiter und kam in ihre Synagoge. 10Dort war ein Mann mit einer verkrüppelten Hand. Die Pharisäer fragten ihn: »Erlaubt das Gesetz Gottes, am Sabbat zu heilen?« Sie suchten damit einen Vorwand, um Anklage gegen ihn zu erheben. 11Jesus antwortete: »Angenommen, jemand von euch besitzt ein Schaf und das fällt am Sabbat in eine Grube. Wird er es nicht sofort herausholen? 12Und ein Mensch ist doch viel mehr wert als ein Schaf! Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun.« 13Dann forderte er den Mann auf: »Streck deine Hand aus!« Er streckte sie aus, und die Hand war wiederhergestellt; sie war gesund wie die andere. 14Da verließen die Pharisäer die Synagoge und fassten miteinander den Beschluss, Jesus zu töten.
© Biblica, Inc.
Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.
“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.
Weitere Infos →Wenn dir jemand mit dem Auto auf der Landstraße entgegenkommt, seid ihr für einen kurzen Moment ganz nah beieinander. Und doch fahrt ihr in entgegengesetzte Richtungen und nach kurzer Zeit seid ihr wieder weit voneinander entfernt.
Ähnlich erging es Jesus und den Pharisäern beim Sabbat. In der Sache waren sie durchaus nah beieinander, doch im Verständnis des Gebotes fuhren sie im wahrsten Sinne des Wortes aneinander vorbei.
Die Pharisäer sahen in der Einhaltung des Gebotes ihr höchstes Ziel. Jesus dagegen verfolgte das Ziel hinter dem Gebot.
Gott hat Gebote nicht eingesetzt, weil es schön wäre, Gebote zu haben. Er hat sie eingesetzt, damit sie den Menschen helfen, ein Leben zu führen, das ihnen guttut und Gott ehrt.
In der Sabbatfrage zeigen sich sowohl Nähe als auch Distanz zwischen Jesus und der religiösen Elite.
Vielleicht schlagen wir die Hände über dem Kopf zusammen und fragen uns, was mit den Pharisäern nicht stimmt, und merken dabei oft nicht, dass wir bei anderen Fragen ganz ähnlich handeln.
Wo folgen wir stumpf Geboten und übersehen dabei den Menschen? Als Pastor frage ich mich zum Beispiel oft, wie wichtig mir das Wachstum meiner Gemeinde ist. Ist mir das Wachstum der Gemeinde vielleicht sogar wichtiger als der einzelne Mensch?
Wo bist du auf Gottes Landstraße unterwegs, fährst dabei aber völlig in die falsche Richtung?