Matthäus
Kapitel 5, Vers 1–12
Wen Jesus glücklich nennt
1Als Jesus die Menschenmenge sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger versammelten sich um ihn. 2Dann begann er, sie mit den folgenden Worten zu lehren: 3»Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn ihnen gehört sein himmlisches Reich. 4Glücklich sind, die über diese Welt trauern, denn sie werden Trost finden. 5Glücklich sind, die auf Frieden bedacht sind, denn sie werden die ganze Erde besitzen. 6Glücklich sind, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, denn sie sollen satt werden. 7Glücklich sind, die Barmherzigkeit üben, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. 8Glücklich sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen. 9Glücklich sind, die Frieden stiften, denn Gott wird sie seine Kinder nennen. 10Glücklich sind, die verfolgt werden, weil sie nach Gottes Willen leben; denn ihnen gehört sein himmlisches Reich. 11Glücklich könnt ihr euch schätzen, wenn ihr verachtet, verfolgt und verleumdet werdet, weil ihr mir nachfolgt. 12Ja, freut euch und jubelt, denn im Himmel werdet ihr dafür reich belohnt werden! Genauso hat man die Propheten früher auch schon verfolgt.«
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Weitere Infos →Im Matthäus-Evangelium lesen wir immer wieder davon, dass das "Himmelreich nahe herbeigekommen ist" (vgl. Mt. 3:2 und 4:17). Ich habe mich immer gefragt: "Ja, aber was ist denn dieses Himmelreich? Und was versteht Jesus darunter?" Jesus setzte hier zu seiner wohl bekanntesten Predigt, der Bergpredigt, an, die genau davon handelt: vom alles-auf-den-Kopf-stellenden Königreich Gottes.
Er begann mit den sogenannten Seligpreisungen ("Gesegnet sind …"). Jedoch kommen mir die genannten Gruppen gar nicht so gesegnet vor. Ich würde mir eher vorstellen, dass er sagte:
"Gesegnet sind die geistlich Reichen, die Freudigen, die Starken, die gerecht behandelt werden, die im Frieden leben.”
Doch genau das Gegenteil war der Fall. Jesus nannte die geistlich Armen, die Trauernden, die Sanftmütigen, die ungerecht Behandelten, ja sogar die seinetwegen Verfolgten gesegnet. Aber was ist denn das für ein Segen? So stellt sich wahrscheinlich erst mal niemand von uns Segen vor. Das sind eher Anzeichen davon, dass man gerade nicht gesegnet wird.
Hier wird aber wieder das wahre Wesen des Königreichs Gottes offenbar: Es stellt auf den Kopf, was wahrer Erfolg, was wahre Belohnung ist. Denn gerade diese Menschen, die auf dieser Welt trauern, die ungerecht behandelt werden, die sogar wegen Jesus beleidigt, verleumdet oder verfolgt werden, werden einen großen Lohn im Himmel erleben. Ja, wir können uns jetzt sogar freuen, denn unser ewiger Lohn wird umso größer sein als all das Ungemütliche, was wir hier nur temporär auf der Erde erleben.