2. Mose
Kapitel 1, Vers 12–22
DIE MASSNAHMEN DER ÄGYPTER
12Doch je mehr die Israeliten unterdrückt wurden, desto zahlreicher wurden sie. Sie breiteten sich im ganzen Land aus, so dass es den Ägyptern langsam unheimlich wurde. 13Darum zwangen sie die Israeliten erbarmungslos zu harter Arbeit 14und machten ihnen das Leben schwer: Sie mussten aus Lehm Ziegel herstellen und auf den Feldern arbeiten. 15Den israelitischen Hebammen Schifra und Pua befahl der ägyptische König: 16»Wenn ihr von den hebräischen Frauen zur Geburt gerufen werdet und seht, dass ein Junge zur Welt kommt, dann tötet ihn sofort! Ist es ein Mädchen, könnt ihr es am Leben lassen!« 17Aber aus Ehrfurcht vor Gott hielten sich die Hebammen nicht an den königlichen Befehl, sondern ließen die Jungen am Leben. 18Als der König sie deswegen zur Rede stellte, 19erklärten sie: »Die hebräischen Frauen sind viel kräftiger als die Ägypterinnen. Ehe wir zu ihnen kommen, haben sie ihr Kind schon geboren!« 20-21Weil die Hebammen Ehrfurcht vor Gott hatten, tat er ihnen Gutes und schenkte ihnen eigene Familien und Kinder. Das Volk Israel wurde immer größer und mächtiger. 22Schließlich befahl der Pharao den Ägyptern: »Werft alle neugeborenen Jungen der Hebräer in den Nil, nur die Mädchen lasst am Leben!«
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Weitere Infos →Schon zu Beginn des Buches Exodus (2. Mose) trat der Pharao als erbitterter Feind des Volkes Israel auf. Seine Befehle zielten nur darauf ab, das Volk zu unterdrücken und zu schwächen. Als Herrscher seines Reiches wollte er jede Gefahr im Keim ersticken.
Doch jeder Befehl führte genau zum Gegenteil. Obwohl Israel mit Gewalt niedergedrückt und gequält wurde, wuchs es. Obwohl die Hebammen die männlichen Säuglinge sofort umbringen sollten, taten sie es nicht. Sie fürchteten Gott mehr als den Pharao.
Bereits hier zeichnet sich das ständige Hin und Her zwischen dem König von Ägypten und dem Gott Israels ab. Das Volk wuchs weiterhin und der Pharao leitete noch grausamere Gegenmaßnahmen ein, wie z. B. das Ertränken von Kindern im Fluss. Jener Kampf zwischen Gott und Pharao wird sich die nächsten Kapitel durchziehen und weite Teile des Buches prägen.
Ermutigend an diesem Abschnitt ist, dass sich Gott offensichtlich für sein Volk einsetzt. Er ließ sie nicht allein ihre Krise durchmachen, sondern erwies sich als "Hüter Israels" (Psalm 121:4). Das heißt nicht, dass wir bei jedem Leid, das uns widerfährt, sofort damit rechnen können, dass Gott uns davon befreit. Andererseits ist er die beste Adresse, an die wir uns in einer misslichen Lage wenden können.