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Mose aus der Bibel - Was wir heute noch von ihm lernen können
Wenn man mich fragt, welche Person aus der Bibel ich gern mal treffen würde, dann wäre es definitiv Mose. Mose ist für mich eine ganz spannende Person und ich glaube, dass wir wirklich viel von ihm lernen können. Doch wer war Mose eigentlich genau?
Dafür müssen wir in eine Zeit zurückschauen, in der sich Gottes Volk – das Volk Israel – in Ägypten befand. Anfangs waren es nur wenige, doch sie vermehrten sich stark. Das machte dem Pharao Angst und er begann, die Israeliten durch Zwangsarbeit zu unterjochen. Doch obwohl Israel versklavt war und unter schrecklichen Bedingungen lebte, vermehrte es sich kontinuierlich und wuchs und wuchs. Darum veranlasste der Pharao, dass jeder neugeborene Sohn aus dem Volk Israel getötet werden sollte. In dieser Zeit heiratete ein Mann aus dem Stamm Levi eine Frau, sie wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. Es gelang ihr, ihn drei Monate lang zu verstecken. Dann nahm sie eine Art Kiste aus Schilfrohr, bestrich diese mit Asphalt und Pech und legte das Kind hinein. Sie brachte ihn zum Ufer des Nils und legte ihn in den Fluss. Die Tochter des Pharaos kam, um im Nil zu baden, fand den Jungen in der Kiste und nahm ihn auf und gab ihm den Namen „Mose“, was so viel bedeutet wie „aus dem Wasser gezogen“. Mose wuchs als ägyptischer Prinz heran, doch er sah, wie schlimm sein eigenes Volk behandelt wurde. Alles änderte sich, als er einen ägyptischen Aufseher erschlug und dabei gesehen wurde. Mose musste fliehen. Er kam in das Land Midian, wo er die Tochter eines Priesters heiratete. Doch Gott hatte sein Volk und auch Mose nicht verlassen. Als der Pharao starb und ein neuer Herrscher an die Macht kam, begegnete er Mose in einem brennenden Dornenbusch und beauftragte ihn, zurück nach Ägypten zu gehen, um das Volk Israel zu befreien. Mose wehrte sich mit Händen und Füßen, denn er fürchtete sich. Doch Gott ließ nicht locker und Mose zog zurück nach Ägypten. Dort befragte er mit der Hilfe seines Bruders Aaron den Pharao. Das Herz des Pharaos aber war verstockt, denn er verbot dem Volk Israel wegzuziehen. Gott schickte 10 Plagen und schließlich willigte der Pharao ein. Das Volk Israel, welches zu der Zeit aus ungefähr 600.000 Menschen bestand, zog von Ägypten hinaus in die Wüste. Und der Pharao mit einer Streitmacht hinterher, denn er hatte es sich doch wieder anders überlegt. Israel war dann zwischen der ägyptischen Streitmacht und dem Schilfmeer eingekesselt. Mose teilte durch Gottes Hilfe das Meer, sodass die Menschen trockenen Fußes ans andere Ufer gelangen konnten, woraufhin das Meer die Ägypter verschlang.
So wurde Mose über viele Jahre hinweg zum Anführer des Volkes Israel auf seiner Reise durch die Wüste. Lies diese Geschichte in 2. Mose 1-15 gern nach, sie ist unglaublich spannend. Wer war Mose also? Geboren als ein Sklavensohn, aufgewachsen als ägyptischer Prinz, Flüchtling in einem fremden Land, ein Aufrührer in Ägypten und schließlich der Anführer einer Menschenmasse von ca. 600.000 Personen. Was für ein Leben das gewesen sein muss, ein ständiges Auf und Ab.
Mir fallen drei Dinge auf, die Mose in einer herausfordernden Situation tat:
1) Er blieb nicht allein.
Wenn du die Geschichte vom brennenden Dornbusch genau liest, wird dir schnell klar, dass Mose absolut nicht nach Ägypten gehen wollte. „Wer bin ich denn schon, dass der Pharao auf mich hören würde?“ – „Ich kann nicht gut reden!“ Das waren seine Bedenken, die er Gott entgegenbrachte. Doch Gottes Plan war unumstößlich und so beauftragte er Aaron, Mose entgegenzukommen. Aaron wurde eine Art Sprachrohr für Mose.
2) Mose suchte immer wieder das Angesicht Gottes.
Im Laufe der Geschichte lesen wir, dass Mose in schwierigen Momenten immer wieder Gottes Gegenwart suchte. Das gab ihm Kraft und Weisheit. Mose schrie zu Gott und Gott gab ihm eine Antwort.
3) Mose hatte mehr Gottesfurcht als Menschenfurcht.
Du hast gelesen, wie sehr sich Mose gegen seinen Auftrag gesträubt hatte? Mose war ein ängstlicher Mensch, der von sich selbst sagte, dass er keine Überzeugungskraft hatte. Und dann sollte er ein ganzes Volk anführen? Ja! Denn seine Furcht vor „Ich bin, der ich bin“ war größer!
Hierzu ein kleiner Gedanke von mir. Du musst dir vorstellen, zu dieser Zeit gab es noch keine festen Gesetze für Israel. Alles, was Gott auftrug, musste Mose an das Volk weitergeben. Das muss eine große Last gewesen sein! Und was geschah, wenn einmal jemand eine Straftat beging? Vielleicht hatte jemand mal etwas gestohlen. Vielleicht hatte jemand Ehebruch begangen. Mose war es, der diese Menschen richten musste, allein auf Grundlage dessen, was Gott ihm sagte. Irgendwann empfing Mose dann die Zehn Gebote, die du sicherlich kennst. Was passierte direkt danach, als er mit den beiden Steintafeln den Berg wieder hinabstieg? Das Volk Israel hatte aus Gold ein Götzenbild gegossen und betete es an. Doch Mose hatte mehr Gottesfurcht als Menschenfurcht. In seinem Zorn zerbrach er die Steintafeln und richtete das Volk. Aus einem Menschen, der nicht auffallen wollte, war ein Mann Gottes geworden, der nicht auf sein weltliches Ansehen bedacht war.
Hast du manchmal das Gefühl, alles geht immer auf und ab? Momentan läuft alles ganz wunderbar und plötzlich geschieht etwas Unerwartetes und alles ist kaputt? Du bist am Boden und alles stellt sich scheinbar gegen dich? Dann soll dieser Mann dich ermutigen. Nimm diese drei Punkte mit und setze sie in deinem Leben um:
1) Bleib nicht allein!
Suche dir Menschen, die hinter dir stehen und mit denen du den Berg gemeinsam überwindest.
2) Suche immer wieder Gottes Gegenwart.
Dir geht es nicht gut? Erzähle ihm, was dich bewegt! Du hast eine tolle Nachricht erhalten? Gott ist dein Vater, er sieht dich gern glücklich! Du bist unsicher und weißt nicht, was du tun sollst? Bitte ihn um Weisung! Am Herzen Gottes kann auch dein Herz zur Ruhe kommen und auftanken.
3) Habe Gottesfurcht und keine Menschenfurcht.
Das bedeutet nicht, dass du Angst vor Gott haben musst. Doch Gott ist absolut heilig und gerecht und er allein hat die Macht. Es ist nur natürlich, ihn zu fürchten und ihn im höchsten Maße zu respektieren. Doch du musst und sollst dich nicht von anderen Menschen beeinflussen lassen. Es ist nicht wichtig, was sie denken über die Entscheidungen, die du triffst oder über die Dinge, die du tust. Es ist wichtig, wie Gott darüber denkt.