Matthäus
Kapitel 23, Vers 13–25
Frommer Schein
13»Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Ihr versperrt anderen den Zugang zu Gottes himmlischem Reich. 14 Denn ihr selbst geht nicht hinein, und die hineinwollen, hindert ihr auch noch daran. 15Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Ihr reist in der Welt herum, um nur einen einzigen Nichtjuden dafür zu gewinnen, eure Gesetze anzuerkennen. Und wenn ihr einen gefunden habt, dann wird er durch euch zu einem Anwärter auf die Hölle, der euch an Bosheit noch übertrifft. 16Wehe euch! Ihr wollt andere führen und seid doch selbst blind. So behauptet ihr: ›Beim Tempel Gottes schwören, das hat nichts zu bedeuten. Aber wer beim Gold im Tempel schwört, der muss seinen Eid halten.‹ 17Ihr blinden Narren! Was ist denn wichtiger: das Gold oder der Tempel, durch den das Gold erst geheiligt wird? 18Ihr sagt: ›Ein Eid, beim Altar geschworen, hat keine Bedeutung. Wer aber bei dem Opfer auf dem Altar schwört, der muss sein Versprechen halten.‹ 19Ihr Verblendeten! Was ist denn wichtiger: die Gabe auf dem Altar oder der Altar, der die Gabe erst zum Opfer werden lässt? 20Wer beim Altar schwört, der schwört bei allem, was darauf liegt. 21Wer beim Tempel schwört, der ruft Gott zum Zeugen an, der dort wohnt. 22Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei dem Thron Gottes und damit bei Gott selbst, der auf diesem Thron sitzt. 23Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Sogar von Küchenkräutern wie Minze, Dill und Kümmel gebt ihr Gott den zehnten Teil. Aber die viel wichtigeren Forderungen Gottes nach Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue sind euch gleichgültig. Doch gerade darum geht es hier: das Wesentliche tun und das andere nicht unterlassen. 24Ihr aber entfernt jede kleine Mücke aus eurem Getränk, doch ganze Kamele schluckt ihr bedenkenlos hinunter. Andere wollt ihr führen, dabei seid ihr selbst blind. 25Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Ihr wascht eure Becher und Schüsseln von außen ab, doch gefüllt sind sie mit dem, was ihr anderen in eurer Gier genommen habt.
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Weitere Infos →Welche Überschrift könnte man diesem Statement von Jesus wohl geben? "Klare Ansage gegen falsche Religiosität" würde ganz gut passen, oder?
Wenn dieser Abschnitt in der Bibel uns eines unmissverständlich deutlich machen soll, dann das: Gott ist nicht am stumpfen Nachleben religiöser Rituale oder Vorschriften interessiert, wenn das Herz nicht bei der Sache ist. Gott schaut nicht darauf, wie viel wir heute wieder gespendet haben, sondern erachtet andere Dinge als wichtiger:
"Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue" [23].
Die Bibelstelle soll aber auch nicht falsch verstanden werden: In den guten Tugenden wie Barmherzigkeit oder Gerechtigkeit können wir als Menschen auch keine Perfektion erreichen. Und diese erwartet Gott auch nicht von uns. Jesus macht den Gesetzeslehrern an dieser Stelle einfach nur deutlich, dass sie sich an alles halten, außer an die Eigenschaften des Charakters, die Gott viel wichtiger sind als religiöse Äußerlichkeiten.
Grundsätzlich gilt das, was das Evangelium aussagt: Wir alle brauchen Jesus. Niemand kann von sich aus Gott gefallen, weil wir alle scheitern. Am Ende ist derjenige nah bei Gott, der sich für Jesus entschieden hat und eine lebendige Beziehung zu ihm lebt. Mit all ihren Höhen und Tiefen.