1. Mose
Kapitel 24, Vers 33–49
DER KNECHT GIBT ZEUGNIS
33Vor dem Abendessen aber sagte der Knecht: »Ich esse erst, wenn ich erzählt habe, warum ich hier bin!« »Einverstanden«, sagte Laban, »erzähl!« 34»Ich bin Abrahams Knecht«, stellte er sich ihnen vor. 35»Der HERR hat meinen Herrn reich beschenkt. Er ist sehr wohlhabend geworden: Ihm gehören Schafe, Ziegen und Rinder, Kamele und Esel, dazu Silber und Gold und viele Diener und Mägde. 36Seine Frau Sara bekam noch im hohen Alter einen Sohn. Dieser wird einmal den ganzen Besitz erben. 37Nun will mein Herr, dass sein Sohn Isaak keine Kanaaniterin zur Frau nimmt aus dem Land, in dem er wohnt. Ich musste ihm schwören, dass ich das nicht zulassen werde. 38Er hat mich hierhergeschickt, um stattdessen aus seiner Verwandtschaft eine Frau zu suchen. 39›Aber was ist, wenn sie nicht mitkommen will?‹, fragte ich ihn. 40›Mach dir keine Sorgen‹, antwortete er, ›denn Gott, der HERR, dem mein Leben gehört, wird dir seinen Engel vorausschicken, so dass dir alles gelingt. Du wirst eine Frau aus dem Haus meines Vaters finden. 41Falls meine Familie ihr nicht erlaubt mitzukommen, dann – und nur dann – bist du von deinem Schwur entbunden!‹ 42Ja, und so kam ich heute zu eurem Brunnen vor der Stadt; dort betete ich: HERR, du Gott meines Herrn Abraham! Wenn du willst, dass ich meinen Auftrag erfolgreich ausführe, dann lass meinen Plan gelingen: 43Ich warte hier am Brunnen. Gleich werden die Mädchen kommen, um Wasser zu schöpfen. Ich werde auf eine von ihnen zugehen und sie bitten, mir einen Schluck Wasser aus ihrem Krug zu geben. 44Wenn sie dann antwortet: ›Natürlich – und auch deinen Kamelen will ich Wasser geben!‹, dann ist sie es, die du für den Sohn meines Herrn ausgesucht hast! 45Kaum hatte ich dies Gebet gesprochen, da kam auch schon Rebekka mit einem Krug auf ihrer Schulter. Sie lief zum Brunnen hinunter und füllte den Krug mit Wasser. ›Bitte gib mir etwas zu trinken!‹, bat ich sie. 46Sofort nahm sie den Krug von ihrer Schulter und sagte: ›Trink, mein Herr – und auch deinen Kamelen will ich Wasser geben!‹ Als sie damit fertig war, 47fragte ich sie nach ihrem Vater. ›Mein Vater ist Betuël‹, antwortete sie, ›seine Eltern heißen Nahor und Milka!‹ Da schenkte ich ihr den goldenen Nasenring und legte ihr die Armreife an. 48Ich warf mich zu Boden und lobte den Gott meines Herrn Abraham, weil er mich direkt zum Bruder meines Herrn gebracht hatte. Und jetzt bitte ich euch: Gebt eure Rebekka dem Sohn Abrahams zur Frau! 49Wenn mein Herr euer Vertrauen und euer Wohlwollen gefunden hat, dann willigt in diese Heirat ein; wenn ihr aber nicht wollt, sagt es mir nur, dann werde ich weitersehen.«
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Weitere Infos →Der Diener Abrahams hatte das Haus der Eltern von Rebekka betreten. Anstatt die Gastfreundschaft zu genießen, blieb er dem Auftrag seines Herrn Abraham treu. Seine Mission hat vor allen Höflichkeiten und der eigenen Stärkung Vorrang. Um den Eltern deutlich zu machen, dass für Rebekka gut gesorgt wäre, erzählte er von dem reich gesegneten und wohlhabenden Abraham.
Danach wird erneut von der Begegnung des Dieners mit Rebekka berichtet. Diese Wiederholung war notwendig, um die Familie davon zu überzeugen, dass Gott selbst hier am Werk war. Die göttliche Führung war offensichtlich und drückte aus, dass Gott seine Zustimmung zu dieser ehelichen Bindung gegeben hat.
Zum Schluss des heutigen Abschnitts bleibt jedoch die (noch) unbeantwortete Frage an die Eltern: Wollten diese dem göttlichen Willen zustimmen? Eine wirklich herausfordernde Frage, vor die auch wir immer wieder gestellt sind. Es ist offensichtlich, dass diese Form der Partnersuche kein Vorbild zur Nachahmung darstellt. Dennoch können wir diese Frage des Dieners auf unser Leben übertragen.
In der Bibel lesen wir immer wieder von gewissen Aufforderungen, die an uns gerichtet werden. Dadurch wird uns eigentlich jedes Mal aufs Neue die Frage gestellt: "Möchtest du dem Willen Gottes zustimmen und danach handeln?" Meine Hoffnung ist, dass wir immer wieder neu mit einem "Ja" antworten.