1. Samuel
Kapitel 15, Vers 10–23
Gehorsam ist wichtiger
10Da sagte der HERR zu Samuel: 11»Ich wünschte, ich hätte Saul nie zum König gemacht, denn er hat mir den Rücken gekehrt und meine Befehle nicht ausgeführt.« Samuel war deswegen sehr aufgewühlt und betete die ganze Nacht laut und eindringlich zum HERRN. 12Früh am nächsten Morgen machte er sich auf den Weg zu Saul. Ihm wurde berichtet: »Der König ist in die Stadt Karmel gegangen und hat sich dort ein Siegesdenkmal aufgestellt. Dann ist er weiter nach Gilgal gezogen.« 13Als Samuel in Gilgal ankam, begrüßte Saul ihn, als ob nichts gewesen wäre. »Der HERR segne dich!«, meinte er. »Ich habe den Befehl des HERRN ausgeführt.« 14»Woher kommt dann das Gebrüll und Geblöke, das ich höre?«, fragte Samuel. »Das hört sich an, als ob viele Rinder, Schafe und Ziegen hier in der Nähe seien.« 15»Die haben wir von den Amalekitern mitgebracht«, antwortete Saul. »Die Soldaten wollten die besten Rinder, Schafe und Ziegen nicht einfach niedermetzeln. Sie haben die Tiere verschont, um sie dem HERRN, deinem Gott, als Opfer darzubringen. Doch sonst haben wir alles und jeden umgebracht.« 16Da unterbrach ihn Samuel: »Hör auf damit! Der HERR hat in der letzten Nacht mit mir geredet. Ich habe dir etwas auszurichten.« »Dann sprich!«, sagte Saul, 17und Samuel fuhr fort: »Als du zum Oberhaupt über das ganze Volk wurdest, kamst du dir selbst klein und unwürdig vor. Und doch hat der HERR gerade dich als König über Israel eingesetzt. 18Er hat dich zu den Amalekitern geschickt und dir befohlen: ›Vollstrecke an ihnen mein Urteil. Kämpfe gegen sie, bis du sie völlig vernichtet hast, denn sie sind ein gottloses Volk.‹ 19Warum hast du dem HERRN nicht gehorcht? Warum hast du dich gierig auf die Beute gestürzt und gerade das getan, was der HERR dir verboten hatte?« 20»Aber ich habe dem HERRN doch gehorcht!«, versuchte Saul sich zu rechtfertigen. »Ich bin dorthin gegangen, wohin er mich geschickt hat. Agag, den König von Amalek, habe ich gefangen hierhergebracht, und die anderen Amalekiter ließ ich alle umbringen. 21Meine Leute haben bloß einige Schafe und Rinder als Beute mitgenommen, und ich kann dir sagen: Es sind nur die besten von all den Tieren, die vernichtet werden sollten. Das Volk ließ sie leben, um sie hier in Gilgal dem HERRN, deinem Gott, zu opfern.« 22Doch Samuel erwiderte: »Was denkst du, worüber freut sich der HERR mehr: über viele Brand- und Schlachtopfer oder über Gehorsam gegenüber seinen Weisungen? Ich sage dir eines: Gehorsam ist wichtiger als das Schlachten von Opfertieren. Es ist besser, auf den HERRN zu hören, als ihm das beste Opfer zu bringen. 23Auflehnung ist ebenso schlimm wie Zauberei, und Eigensinn ist nichts anderes als Götzendienst. Weil du gegen den Befehl des HERRN verstoßen hast, darum hat er dich verstoßen: Du wirst nicht mehr lange als König regieren!«
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Weitere Infos →Es war nicht das erste Mal, dass Saul den Anweisungen Gottes nicht folgte. Am schlimmsten war wohl, dass Saul hinterher versuchte, alles schönzureden. Diesmal hatte er bei einem brutalen Feldzug gegen die Amalekiter die besten Tiere für sich behalten. Der Befehl hatte jedoch gelautet, nichts davon mitzunehmen, und die Beute sollte stattdessen vollständig getötet werden.
Abgesehen davon, dass uns diese Anweisung herausfordern darf, lesen wir, dass Saul der Versuchung nicht widerstand. Er tat dies unter dem Vorwand, gerade diese besonderen Tiere Gott zu opfern.
Auch wenn wir heute weniger mit Opferritualen zu tun haben, kennen wir die Versuchung Sauls sehr gut. Zumindest die meisten von uns. Da ist etwas, von dem wir eigentlich wissen, dass Gott es anders gewollt hat. Doch anstatt es zu lassen, beruhigen wir unser Gewissen und wir meinen, dass der Ertrag, was auch immer das sein mag, für Gott von Nutzen sein könnte.
Wir hängen zum Beispiel unser Herz ans Geld und "verkaufen" unsere Gier als Möglichkeit, später viel zu spenden. Der Bibeltext stellt zwei Fragen: Erstens, ist Gott so arm, dass er deinen Reichtum braucht? Zweitens, was gefällt Gott mehr, dein Gehorsam oder dein Opfer?
Die Antwort finden wir in unserem heutigen Bibeltext.