Apostelgeschichte
Kapitel 15, Vers 13–21
Der Vorschlag von Jakobus
13Dann stand Jakobus auf: »Liebe Brüder, hört mir zu!«, sagte er. 14»Simon Petrus hat eben erzählt, wie Gott selbst begonnen hat, unter den Nichtjuden ein Volk zu sammeln, das ihm gehört. 15Das stimmt mit den Aussagen der Propheten überein, denn es heißt bei ihnen: 16›Danach werde ich, der Herr, mich meinem Volk wieder zuwenden und das Reich von König David wieder aufbauen. Jetzt gleicht es zwar einem verfallenen Haus, doch dann richte ich die umgestürzten Wände wieder auf. 17Dies geschieht, damit auch die übrigen Menschen mich suchen, all die Völker, die seit jeher mein Eigentum sind. Ja, ich, der Herr, sorge dafür, 18denn so habe ich es schon lange beschlossen!‹ 19Ich meine deshalb«, erklärte Jakobus, »wir sollten den Nichtjuden, die zu Gott umgekehrt sind, keine unnötigen Lasten aufbürden und ihnen nicht die jüdischen Gesetze aufzwingen. 20Wir sollten ihnen allerdings einen Brief schreiben und von ihnen verlangen, dass sie sich nicht durch die Verehrung von Götzen unrein machen, keine verbotenen sexuellen Beziehungen eingehen, kein Fleisch von Tieren essen, die nicht völlig ausgeblutet sind, oder gar das Blut selbst verzehren. 21Denn diese Gebote von Mose sind seit alter Zeit überall bekannt. Aus seinem Gesetz wird ja an jedem Sabbat in allen Synagogen vorgelesen.«
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Weitere Infos →Vielleicht verwundern dich die Aussagen dieser Verse: Jakobus sprach sich dafür aus, dass die Christen nichtjüdischer Herkunft Teile des jüdischen Gesetzes durchaus beachten sollten, welches wir im Alten Testament finden. Dabei ist ja die Botschaft des Evangeliums, dass der Glaube an Jesus Christus allein errettet und in Jesus das ganze Gesetz erfüllt wurde (vgl. Matthäus 5:17). Es gilt: Keine Gerechtigkeit aus Werken, sondern allein aus der Gnade Gottes. Wie passt das nun alles zusammen?!
Um diesen Impuls zu schreiben, habe ich mich in Bibelkommentaren schlau gemacht. Dadurch wurde mir deutlich: Jakobus ging es hier um die sogenannten "Reinheitsvorschriften" der Juden. Viele der damaligen Christen waren in der jüdischen Kultur aufgewachsen. Für sie war es auch jetzt als Christen selbstverständlich, die Reinheitsvorschriften zu befolgen. Nun trafen diese aber auf Menschen, die gerade Christen geworden waren, jedoch keine jüdische Herkunft hatten. Dies führte unweigerlich zu kulturellen Fragen und Konflikten innerhalb der Christenheit.
Die Bibelstelle für heute ist ein Beispiel dafür, wie die ersten Christen mit solchen kulturellen Unterschieden innerhalb ihrer wachsenden christlichen Gemeinschaft umgehen wollten: mit gegenseitigem Respekt. Wenn nichtjüdische Christen mit Christen jüdischer Herkunft aufeinandertrafen, sollten sich auch diejenigen, die nicht in der jüdischen Kultur aufgewachsen waren, aus Rücksicht auf die anderen an die Reinheitsvorschriften halten. Sie suchten nach einem gemeinsamen Weg.