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Impuls

Liebe und Wahrheit

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Soziales Leben

3. Johannes

Kapitel 1, Vers 9–​15

EIN SCHLECHTES BEISPIEL

9Ich habe bereits an eure Gemeinde geschrieben. Aber Diotrephes, der bei euch gern die führende Rolle spielen möchte, will nicht auf uns hören. 10Wenn ich zu euch komme, muss ich seine Machenschaften aufdecken, denn er bringt uns mit seinen Verdächtigungen und Lügen überall in Verruf. Doch damit nicht genug: Er ist auch nicht bereit, durchreisende Brüder aufzunehmen, und verbietet sogar anderen, das zu tun. Wenn sie die Brüder dann doch unterstützen, schließt er sie aus der Gemeinde aus. 11Doch du, mein lieber Freund, sollst diesem schlechten Beispiel nicht folgen, sondern dem guten. Denn nur wer das Gute tut, ist ein Kind Gottes. Wer das Böse tut, kennt Gott nicht. 12Von Demetrius aber hört man überall nur Gutes. Gottes Wahrheit wirkt sich in seinem Leben aus und ist selbst die beste Empfehlung für ihn. Auch wir können dies bestätigen. Und wie du weißt, stimmt es, was wir sagen. 13Ich habe noch so vieles auf dem Herzen, was ich dir gerne mitteilen würde. Aber das möchte ich nicht schriftlich tun. 14Ich hoffe, dich bald zu sehen. Dann können wir alles miteinander besprechen. 15Ich wünsche dir Frieden. Die Freunde von hier lassen dich grüßen. Grüße auch du bitte jeden einzelnen unserer Freunde!

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Sorgt Liebe immer für Frieden und Harmonie? Manchmal erscheint es mir, als wäre das unser Verständnis von Liebe. Bloß nichts Negatives ansprechen. Gott allein urteilt, nicht wir! Liebe sieht das Beste im Menschen. Also bloß kein Pharisäer sein, sondern selbst erst mal "den eigenen Balken" aus dem Auge ziehen.

Klingt doch absolut biblisch, oder? Passt auch perfekt in unsere Zeit. Doch sieht so wirklich ganzheitliche Liebe aus? Johannes spricht in seinen Briefen viel von der Liebe Gottes und dennoch kritisierte er in unserem heutigen Abschnitt Diotrephes in aller Schärfe. Wie ist das zu vereinbaren?

Ich glaube, dass Liebe immer versucht, die Wahrheit anzusprechen. Je nach Umstand kann diese Wahrheit natürlich anecken, kritisieren und ermahnen. Dabei glaube ich jedoch auch, dass Liebe für Frieden und Harmonie sorgt. Ja, sie sieht das Beste im Menschen und deckt Vergehen zu! Sie tut eben beides. Ermutigen und ermahnen. Alles andere wäre in meinen Augen gleichgültige Liebe.

Nicht selten verwenden wir das Sprichwort "zu viel des Guten". Eigentlich paradox, oder? Dabei ist dieses Sprichwort enorm tiefgreifend. Viele gute Überzeugungen im christlichen Glauben bekommen eine Schräglage, wenn sie einseitig überbetont werden. Dasselbe kann passieren, wenn wir die Liebe Gottes einseitig betonen. Ich glaube, wir brauchen immer beides: Liebe und Wahrheit bzw. Wahrheit in Liebe.