1. Samuel
Kapitel 14, Vers 35–46
Die Konsequenzen
35Saul baute einen Altar für den HERRN. Es war der erste, den er selbst aufrichtete. 36Dann sagte er zu den Männern: »Kommt, wir wollen noch heute Nacht den Philistern nachjagen und sie ausplündern! Bis zum Morgengrauen soll keiner von ihnen mehr am Leben sein.« Die Soldaten antworteten: »Tu nur, was du für richtig hältst!« Doch der Priester wandte ein: »Lasst uns zuerst Gott fragen.« 37So stellte Saul die Frage: »Soll ich den Philistern nachjagen? Wirst du uns helfen, sie vollständig zu besiegen?« Doch dieses Mal gab Gott ihm keine Antwort. 38Da rief Saul alle Truppenführer zu sich und sagte: »Irgendjemand muss heute Schuld auf sich geladen haben. Versucht herauszufinden, wer es war. 39Bei dem HERRN, der Israel geholfen hat, schwöre ich: Der Schuldige muss sofort sterben, selbst wenn es mein Sohn Jonatan wäre.« Aber keiner aus dem Volk gab ihm eine Antwort. 40Da ergriff Saul wieder das Wort: »Das ganze Heer soll sich auf der einen Seite aufstellen, Jonatan und ich auf der anderen.« »Tu, was du für richtig hältst«, antworteten alle. 41Dann betete Saul zum HERRN, dem Gott Israels: »O Herr, warum hast du heute nicht auf meine Frage geantwortet? Zeig uns, ob die Schuld bei mir und meinem Sohn Jonatan liegt. Wenn ja, dann lass uns das Los ›Urim‹ ziehen. Hat aber jemand von meinen Leuten gesündigt, so zeig uns das durch das Los ›Tummim‹.« Das Los fiel auf Saul und Jonatan, und das übrige Volk war freigesprochen. 42Da sagte Saul: »Werft das Los jetzt auch noch zwischen mir und meinem Sohn.« Da traf es Jonatan. 43»Was hast du getan?«, wollte Saul von ihm wissen. Jonatan gestand: »Ich steckte die Spitze meines Stockes in eine Honigwabe und kostete von dem Honig. Das ist alles. Doch wenn es sein muss: Ich bin bereit zu sterben.« 44»Ja, es muss sein!«, erwiderte Saul. »Gott soll mich schwer bestrafen, wenn ich dich für diese Tat nicht töten lasse.« 45Doch da schritten die Soldaten ein: »Jonatan, der Israel heute durch seinen mutigen Vorstoß gerettet hat, soll sterben? Niemals lassen wir das zu! So wahr der HERR lebt: Nicht ein einziges Haar soll ihm gekrümmt werden, denn er hat diesen Sieg heute mit Gottes Hilfe errungen.« So retteten die Israeliten Jonatan vor dem Tod. 46Saul verfolgte die Philister nicht mehr weiter, sondern zog nach Hause. Auch die Philister kehrten in ihr Land zurück.
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Weitere Infos →Die Geschichte Sauls kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden: von den nach außen sichtbaren Erfolgen her (da war Saul auf einem steilen Weg) sowie von seinem Herzen her. Geht man noch einen Schritt weiter und liest die ganze Geschichte Sauls anhand der Frage, ob er getrieben oder besonnen gehandelt hat, dann erkennt man mit Erschrecken einen gescheiterten König.
Allein in Kapitel 14 gibt es so viele Momente, in denen Saul ungeduldig falsche Entscheidungen traf. Zuerst sprach er einen Fluch über alle aus, die bis zum Abend etwas essen würden, bevor er sich an den Philistern rächen könnte (sein Sohn wusste nichts davon und lud den "vermeintlichen" Fluch auf sich). Am Abend waren alle anderen Soldaten so hungrig und ungeduldig, dass sie Fleisch aßen, ohne es vollständig ausbluten zu lassen (der nächste Fehler, ausgelöst durch Sauls schlechte Führung). Und es ging noch weiter: In einer Hals-über-Kopf-Aktion wollte Saul mitten in der Nacht die Philister weiter angreifen, obwohl seine eigenen Soldaten völlig erschöpft waren.
Spürst du diese Getriebenheit? Ich sehe bei Saul so viele Parallelen zu unserer heutigen Zeit, dass es mir kalt den Rücken herunterläuft. Wie oft können wir nicht warten, eine Nacht drüber schlafen, und ziehen dadurch andere in Mitleidenschaft …
Komm zur Ruhe. Schlaf darüber. Entscheide mit Gott.