2. Mose
Kapitel 32, Vers 26–35
DIE FOLGEN
26Mose stellte sich an den Eingang des Lagers und rief: »Wer auf der Seite des HERRN steht, soll herkommen!« Da versammelten sich alle Leviten bei ihm. 27Er sagte zu ihnen: »Der HERR, der Gott Israels, befiehlt euch: ›Legt eure Schwerter an und geht durch das ganze Lager, von einem Ende zum anderen. Jeder soll seinen Bruder, seinen Freund oder Verwandten töten!‹« 28Die Leviten gehorchten, und an diesem Tag starben etwa 3000 Männer. 29Mose sagte zu den Leviten: »Heute seid ihr für den Dienst des HERRN geweiht worden, denn ihr wart sogar bereit, euch gegen eure eigenen Söhne und Brüder zu stellen. Darum wird der Herr euch segnen!« 30Am nächsten Tag sprach Mose zu den Israeliten: »Ihr habt große Schuld auf euch geladen. Doch ich will noch einmal zum HERRN auf den Berg steigen; vielleicht kann ich erreichen, dass er euch vergibt.« 31Mose ging zum HERRN zurück und sagte: »Ach, dieses Volk hat eine schwere Sünde begangen! Einen Gott aus Gold haben sie sich gemacht! 32Bitte, vergib ihnen! Wenn du ihnen aber nicht vergeben willst, dann streich auch mich aus deinem Buch, in dem du die Namen der Menschen aufgeschrieben hast, die zu dir gehören.« 33Der HERR erwiderte: »Ich streiche nur den aus meinem Buch, der gegen mich sündigt. 34Und nun geh wieder! Führe das Volk in das Land, von dem ich gesprochen habe! Mein Engel wird vor dir hergehen. Aber ich werde die Israeliten für ihre Schuld zur Rechenschaft ziehen, wenn die Zeit dazu gekommen ist.« 35Der HERR ließ Unheil über die Israeliten hereinbrechen, denn sie hatten Aaron dazu gebracht, das Goldene Kalb anzufertigen.
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Weitere Infos →Nachdem die Israeliten ihren Herrn verworfen und sich ihren eigenen Gott gemacht hatten, passierte etwas Schreckliches. Der Abschnitt von heute fordert meinen Glauben heraus, zerrt an meinem Gottesbild und lässt mich etwas unbeholfen zurück.
Mose gab den Leviten (das war ein kleiner Teil im Volk Israel, der zukünftig u. a. für den Dienst in der Stiftshütte zuständig war) den Auftrag, ein hartes Urteil als Konsequenz für das große Fehlverhalten des Volkes zu vollstrecken. Es starben viele Menschen. Dadurch, dass die Leviten das Urteil gehorsam ausführten, wurden sie für den Dienst des Herrn geweiht (vgl. V. 29).
Ich fände es an dieser Stelle zu einfach, diese Bibelstelle nur durch ein paar fromme Argumente zu relativieren (Kontext, damalige Kultur, Heiligkeit Gottes). Ich möchte nicht ignorieren, dass mich diese Bibelstelle extrem herausfordert. Ich möchte ehrlich glauben. Ich möchte beten: "Gott, hilf mir, dich und dein Wort besser zu verstehen. Hilf mir, mit meinen Zweifeln umzugehen!"
Und gleichzeitig müssen wir schon auch verstehen, dass wir mit einer humanistisch geprägten Brille einen Abschnitt lesen, der in einer Zeit stattfand, die von unserem gesellschaftlichen Weltbild meilenweit entfernt liegt.
Wie dem auch sei. Was feststeht, ist eines: Am Ende unserer Fehler steht Gottes Vergebung, die er durch Jesu Tod am Kreuz ein für alle Mal besiegelt hat. Jesus trug ein schreckliches Urteil für uns.