Römer
Kapitel 13, Vers 1–7
DER CHRIST UND DER STAAT
1Jeder soll sich den Behörden und Amtsträgern des Staates unterordnen. Denn es gibt keine staatliche Macht, die nicht von Gott kommt; jede ist von Gott eingesetzt. 2Wer sich also den Regierenden widersetzt, handelt gegen die von Gott gegebene Ordnung und wird dafür von ihm verurteilt werden. 3Wer gut und richtig handelt, braucht die staatliche Macht ohnehin nicht zu fürchten; das muss nur, wer Böses tut. Wollt ihr also ohne Angst vor Bestrafung leben, dann tut, was richtig und gut ist, und euer Verhalten wird Anerkennung finden. 4Die Staatsgewalt steht im Dienst Gottes zum Nutzen jedes Einzelnen. Wer aber Unrecht tut, muss sie fürchten, denn Gott hat ihr nicht ohne Grund die Macht übertragen, Strafen zu verhängen. Sie handelt im Auftrag Gottes, wenn sie unbestechlich alle bestraft, die Böses tun. 5Es sind also zwei Gründe, weshalb ihr euch der staatlichen Macht unterordnen müsst: zum einen, weil euch sonst das Urteil Gottes droht, zum andern, weil schon euer Gewissen euch dazu auffordert. 6Die Vertreter des Staates üben ihren Dienst im Auftrag Gottes aus, deshalb zahlt ihr ja auch Steuern. 7Gebt also jedem, was ihr ihm schuldig seid. Zahlt die Steuern, die man von euch verlangt, ebenso den Zoll. Unterstellt euch der staatlichen Macht und erweist denen, die Anspruch darauf haben, den notwendigen Respekt.
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Weitere Infos →Mit aller Eindrücklichkeit benennt Paulus hier klar den Maßstab eines Christen: Gehorche dem Gesetz des Staates, in dem du lebst. In einem grundsätzlich von christlichen Werten geprägten Land wie Deutschland mag das mit der Bibel auch gut zusammenpassen. Auszüge aus dem deutschen Grundgesetz wie, dass der Wert eines Menschen unantastbar sei, und die Freiheit der Religionsausübung sind nur zwei Beispiele dafür, dass sich das Gesetz der Bundesrepublik durchaus mit den biblischen Werten vereinen lässt.
Doch wie sieht das in anderen Ländern aus, in denen Christen vielleicht sogar staatlich verfolgt werden? Wenn von mir erwartet wird, das Oberhaupt eines Staates anstelle von Gott zu verehren (siehe als Extrembeispiel Nordkorea)? Soll ich dann die Gebote Gottes unter die des Staates stellen und lieber entgegen meinem Glauben handeln? Dies sind nur einige kritische Fragen, die gerne an den Bibelabschnitt von heute gestellt werden ... Doch die Antwort auf diese Fragen ist ein ganz klares „Nein! Gottes Gebote gehen immer über die des Staates.“ Denn wichtig ist es, folgende Einschränkung der Staatsgewalt zu beachten, die Paulus in Vers 4 festlegt: „Die Staatsgewalt handelt im Auftrag Gottes, wenn sie unbestechlich alle bestraft, die Böses tun.“ Mit diesem „Bösen“ ist im Kontext der Bibel nur jenes gemeint, was auch in Gottes Augen als böse gilt. Nur wenn die Staatsmacht auch nur das bestraft, was in Gottes Augen böse ist, handelt sie im Auftrag Gottes und nur deshalb ist auch ihren Anweisungen Folge zu leisten. Wenn der Staat jedoch etwas bestraft, was in Gottes Augen sehr wohl etwas Gutes darstellt (wie bspw., offen vom Glauben an Jesus zu erzählen), dann ist dieser Regel des Staates eben nicht Folge zu leisten. Denn dann wirkt die staatliche Gewalt nicht mehr als ausführende Kraft Gottes auf dieser Erde! Grundsätzlich gilt es also, anhand der Bibel zu prüfen, ob ein Gesetz des Staates gegen den Willen Gottes spricht. Wenn dem so ist, dann brauchst du diesem staatlichen Gesetz eben nicht Folge zu leisten. Wenn ein Gesetz jedoch dem Willen Gottes entspricht, dann ordne dich auch dem Staat unter. Denn am Ende ordnest du dich durch die Einhaltung eines solchen staatlichen Gesetzes Gott unter. Und nur darum geht es.