Apostelgeschichte
Kapitel 25, Vers 22–27
Festus setzt sich für Paulus ein
22»Diesen Mann würde ich gern selber einmal hören!«, erwiderte Agrippa. »Morgen hast du die Möglichkeit dazu«, antwortete Festus. 23Am folgenden Tag zogen Agrippa und Berenike mit ihrem ganzen Hofstaat in den Gerichtssaal ein. Sie wurden von hohen Offizieren und den vornehmsten Bürgern der Stadt begleitet. Auf einen Befehl von Festus brachte man Paulus herein. 24Festus begann: »König Agrippa! Verehrte Anwesende! Vor euch steht der Mann, dessen Hinrichtung alle Juden in Jerusalem wie auch hier lautstark gefordert haben. 25Aus meiner Sicht hat er allerdings nichts getan, was die Todesstrafe rechtfertigen würde. Weil er sich aber selbst auf den Kaiser berufen hat, habe ich entschieden, ihn nach Rom bringen zu lassen. 26Doch ich weiß nicht, was ich dem Kaiser als Anklageschrift vorlegen soll. Deshalb habe ich ihn euch vorführen lassen, besonders dir, König Agrippa, damit ich nach dem Verhör weiß, was ich schreiben soll. 27Denn es wäre doch unsinnig, einen Gefangenen vor den Kaiser zu bringen, ohne sagen zu können, was gegen ihn vorliegt.«
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Weitere Infos →Erinnert dich diese Szene nicht auch an eine andere aus der Bibel? Erst letztens haben wir sie in der Osterzeit wieder gehört: Jesus Christus stand vor Pontius Pilatus. Die Juden in Jerusalem klagten ihn an, ein Gotteslästerer und gefährlicher Anführer von Aufständigen zu sein. Sie forderten Jesu Hinrichtung. Doch auch Pontius Pilatus, der römische Statthalter, konnte keinen Grund für Jesu Hinrichtung finden. Für ihn war er ein unschuldiger Mann.
Paulus erlebte hier in dieser Szene etwas Ähnliches: Von den Juden, seinen ehemaligen Glaubensgeschwistern, wurde er nun angeklagt, weil er glaubte, dass Jesus der versprochene Messias ist. Auch sie forderten die Hinrichtung von Paulus. Und wieder konnten die staatlichen Verantwortlichen keinen tatsächlichen Gesetzesverstoß von Paulus feststellen! Es war im Grunde eine Glaubensangelegenheit und keine Angelegenheit des Staates.
Ein Impuls dazu, etwas weitergedacht: Wo sehen wir etwas Schlimmes, einen Fehler oder eine Sünde in einem Christen und verurteilen ihn deswegen? Dabei bleibt dieser Mensch dennoch ein geliebtes Kind Gottes. Wir können und sollen hier nicht Richter spielen. Natürlich ist die Lage von Paulus eine andere. Und dennoch ist es mal einen Gedanken wert.