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Verwirrung

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Soziales Leben

Apostelgeschichte

Kapitel 21, Vers 31–​40

Chaos herrscht

31Die Menge war nahe daran, Paulus umzubringen, als dem Kommandanten des römischen Regiments gemeldet wurde: »Die ganze Stadt ist in Aufruhr!« 32Mit einem Trupp Soldaten und einigen Hauptleuten lief er sofort zum Tempelplatz. Als die Menge den Kommandanten und die Soldaten sah, hörte sie auf, Paulus zu schlagen. 33Der Kommandant nahm Paulus fest und ließ ihn mit zwei Ketten fesseln. Anschließend fragte er die aufgebrachte Menge, wer dieser Mann sei und was er getan habe. 34Aber die einen schrien dies, die anderen das, und der Tumult war so groß, dass er letztlich nichts Genaues in Erfahrung bringen konnte. Deshalb befahl der Kommandant, Paulus in die Festung zu führen. 35Auf den Treppenstufen dorthin mussten die Soldaten Paulus tragen, um ihn vor der wütenden Menge zu schützen. 36Die Leute drängten heran und tobten: »Weg mit dem! Bringt ihn um!« 37Als man Paulus gerade in die Festung bringen wollte, sagte er zu dem Kommandanten: »Kann ich kurz mit dir sprechen?« – »Du sprichst Griechisch?«, fragte dieser überrascht. 38»Dann bist du also nicht der Ägypter, der vor einiger Zeit in der Wüste viertausend bewaffnete Rebellen um sich sammelte und einen Aufstand anzettelte?« 39»Nein«, erwiderte Paulus, »ich bin ein Jude aus Tarsus und ein Bürger dieser bekannten Stadt in Zilizien. Bitte erlaube mir, zu den Leuten zu reden.« 40Der Kommandant willigte ein. Paulus blieb auf der obersten Treppenstufe stehen und gab dem Volk mit der Hand ein Zeichen, dass er etwas sagen wollte. Nachdem sie sich beruhigt hatten, sprach er auf Aramäisch zu ihnen:

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Die größten Verwirrungen entstehen, wenn Menschen nicht mehr direkt miteinander reden.

So warfen Juden aus der Provinz Asia Paulus unwahre Dinge vor, die ihren Tempel entweiht hätten.

Der römische Kommandant dachte zwischenzeitlich, Paulus sei der ägyptische Rebell, "der vor einiger Zeit in der Wüste viertausend bewaffnete Rebellen um sich sammelte und einen Aufstand anzettelte" [38].

Auch gut.

Fairerweise muss man allerdings sagen, dass Paulus sich tatsächlich immer mehr von den jüdischen Bestimmungen distanzierte, um mit dem Evangelium Heiden zu erreichen.

Und dennoch blieb fehlende Kommunikation in diesem ganzen Konflikt eines der größten Probleme. Es wurde gefühlt mehr über den anderen als mit dem anderen geredet.

Die Polarisierung, die wir in der Gesellschaft wahrnehmen, macht auch vor unseren Gemeinden nicht Halt. Reden wir noch miteinander? Können wir einander stehen lassen?

Ob die zunehmende Abspaltung der Christen von den Juden ein unumgänglicher (von Gott zugelassener?) Prozess war, sei mal dahingestellt – ich glaube, hier wirkten wirklich geistliche Mächte. Dennoch bleibt direkte Kommunikation eines der größten Heilmittel bei Spaltungen.

Paulus bemühte sich im wahrsten Sinne des Wortes, eine für seine Zuhörer verständliche Sprache zu sprechen.