Psalm
Kapitel 69, Vers 1–10
In der Zerreißprobe
1Von David. Nach der Melodie: »Lilien«. 2Rette mich, Gott, das Wasser steht mir bis zum Hals! 3Ich versinke im tiefen Schlamm, meine Füße finden keinen Halt mehr. Die Strudel ziehen mich nach unten, und die Fluten schlagen schon über mir zusammen. 4Ich habe mich heiser geschrien und bin völlig erschöpft. Meine Augen sind vom Weinen ganz verquollen, vergeblich halte ich Ausschau nach meinem Gott. 5Wie viele hassen mich ohne jeden Grund! Ich habe mehr Feinde als Haare auf dem Kopf. Sie besitzen Macht und wollen mich auslöschen. Ich soll zurückgeben, was ich nie gestohlen habe, so fordern sie lauthals von mir. 6Menschen können mir nichts vorwerfen, in deinen Augen jedoch bin ich nicht ohne Schuld; du weißt besser als ich, wie dumm ich war. 7Du bist der HERR, der allmächtige Gott Israels: Enttäusche nicht die Menschen, die auf dich hoffen! Denn wenn sie sehen, dass du mich im Stich lässt, werden sie an dir verzweifeln! 8Man verhöhnt mich, weil ich zu dir gehöre, Schimpf und Schande muss ich über mich ergehen lassen. 9Meine Verwandten wollen nichts mehr von mir wissen, selbst meinen Brüdern bin ich fremd geworden. 10Ich verzehre mich im Eifer für deinen Tempel. Die Anfeindungen, die dir, Gott, galten, haben mich getroffen.
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Weitere Infos →Immer wieder finde ich es beachtlich, wie bildhaft David seine Worte vor Gott formuliert. Man kann sich förmlich in seine Situation hineinversetzen. Und sind wir ehrlich: Die verquollenen Augen vom Weinen kennen wohl wir alle aus unserem Leben. Und auch die verzehrenden Gebete, die wir in diesen Momenten an Gott richten. Wie verstanden und gesehen wir uns also auch in solchen schwierigen Zeiten von Gott fühlen dürfen!
Einem Vers möchte ich heute besondere Aufmerksamkeit schenken:
"Ich verzehre mich im Eifer für deinen Tempel. Die Anfeindungen, die dir, Gott, galten, haben mich getroffen." [10]
Wie gehen wir damit um, wenn Gott in unserem Umfeld gelästert wird? Gehen wir darüber hinweg? Bewegt es uns gar nicht? Oder tun wir nur so, als wäre es belanglos, damit uns niemand belächelt? Davids Beziehung zu Gott geht so tief, dass alle Worte, die Menschen gegen Gott richten, ihn selbst treffen. Ich persönlich wünsche mir ebenso ein so beständiges Vertrauen auf Gott, dass ich für ihn einstehe – und zwar auch dann, wenn es für mich selbst unbequem werden könnte.
Gott verspricht dir und mir, dass er immer mit uns ist und uns sogar im richtigen Moment die richtigen Worte in den Mund legen wird (vgl. Matthäus 10:19). Also: Lasst uns mutig sein und mehr für Gott einstehen, wenn gegen ihn gewettert wird. Gott ist es absolut wert!