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Impuls

Vorsicht: Religiosität!

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Soziales Leben

Johannes

Kapitel 9, Vers 17–​34

DAS VERHÖR DER PHARISÄER

17Dann erkundigten sich die Pharisäer noch einmal bei dem Mann, der blind gewesen war: »Durch ihn kannst du jetzt also sehen? Was meinst denn du, wer dieser Mann ist?« »Er ist ein von Gott gesandter Prophet«, antwortete er. 18Doch die Pharisäer wollten nicht glauben, dass er überhaupt blind gewesen war. Sie ließen deshalb seine Eltern holen 19und verhörten sie: »Ist das euer Sohn? Stimmt es, dass er von Geburt an blind war? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann?« 20Die Eltern antworteten: »Ja, das ist unser Sohn, und er war von Geburt an blind. Das wissen wir genau. 21Aber wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, wissen wir nicht. Wir haben auch keine Ahnung, wer ihn geheilt hat. Fragt ihn doch selbst! Er ist alt genug und kann euch am besten selbst Auskunft geben.« 22Diese ausweichende Antwort gaben die Eltern, weil sie vor den führenden Juden Angst hatten. Denn die hatten bereits beschlossen, jeden aus der Synagoge auszuschließen, der sich zu Jesus als dem Christus, dem von Gott gesandten Retter, bekannte. 23Nur deshalb hatten die Eltern gesagt: »Er ist alt genug. Fragt ihn selbst.« 24Also verhörten die Pharisäer den Geheilten zum zweiten Mal. Sie beschworen ihn: »Bekenne dich zu Gott und sag die Wahrheit! Wir wissen, dass dieser Jesus ein sündiger Mensch ist.« 25»Ob er ein Sünder ist, das weiß ich nicht«, antwortete der Mann. »Ich weiß nur eins: Ich war blind, und jetzt kann ich sehen!« 26»Aber was hat er denn gemacht? Wie hat er dich geheilt?«, versuchten sie erneut herauszubekommen. 27Verärgert erwiderte der Mann: »Das habe ich euch doch schon gesagt, habt ihr nicht zugehört? Warum soll ich alles noch einmal erzählen? Wollt ihr etwa auch seine Jünger werden?« 28Da wurden sie zornig und schrien ihn an: »Du bist sein Jünger! Wir sind Moses Jünger. 29Von Mose wissen wir, dass Gott zu ihm geredet hat. Aber von diesem Menschen wissen wir noch nicht einmal, wo er herkommt.« 30»Das ist ja merkwürdig!«, entgegnete der Mann. »Er hat mich von meiner Blindheit geheilt, und ihr wisst nicht, woher er kommt? 31Wir wissen doch alle, dass Gott die Gebete der Sünder nicht erhört. Aber wer Gott ehrt und nach seinem Willen lebt, den erhört er. 32Noch nie seit Menschengedenken hat jemand einem von Geburt an Blinden das Augenlicht geschenkt. 33Wenn dieser Mann nicht von Gott käme, hätte er das doch gar nicht tun können.« 34Da fuhren sie ihn an: »Du warst doch schon bei deiner Geburt ein Sünder und willst uns belehren?« Dann schlossen sie ihn aus der jüdischen Gemeinschaft aus.

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In den Versen für heute schlägt uns allen die Religiosität so richtig ins Gesicht! Was meine ich damit? Religiosität beruft sich auf Gesetze und Regeln, die eingehalten werden müssen, damit Gott dir Gnade erweist. Gefühlt kann man nie gut genug oder nie fromm genug sein, um in den Himmel kommen zu dürfen. Die Pharisäer, also die damaligen jüdischen Gesetzeslehrer, lebten genau nach einem solchen Prinzip. Dafür taten sie nach außen auch gern frommer, als sie es wirklich waren, um ihre religiöse Machtposition zu sichern. Vor ihren Augen ist nun ein absolutes Wunder passiert, ein Beweis dafür, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist! Sie wollen das aber einfach nicht wahrhaben, weil Jesu Lehre des Evangeliums ihr selbst erschaffenes religiöses Konstrukt, mit dem sie die Menschen unterdrückten, gefährden könnte. Also schließen sie diesen ehemals Blinden, der von Jesus geheilt wurde, kurzerhand aus ihrer Gemeinschaft aus. Sie verschließen ihre Augen davor, dass ihre Gesetzlichkeit im Grunde sinnlos ist.

Kennen wir das nicht auch aus unserem christlichen Leben? Wir sind nicht ehrlich mit anderen, um besonders "fromm" dazustehen. Wir erlegen anderen Regeln auf und wollen sie anhand der Bibel belehren, obwohl wir selbst nicht besser sind als sie. Wir vergessen, dass jeder aufgrund des Glaubens an Jesus Christus errettet ist – und nicht aufgrund von Taten! (Vgl. Johannes 3:16) Allein das ist das befreiende Evangelium!