1. Mose
Kapitel 45, Vers 1–8
JOSEF GIBT SICH ZU ERKENNEN
1Da konnte Josef sich nicht länger beherrschen. »Verlasst den Raum!«, befahl er seinen Hofbeamten erregt. Nun war er mit seinen Brüdern allein. 2Er brach in Tränen aus und weinte so laut, dass die Ägypter es hörten. Auch am Hof des Pharaos sprachen bald alle davon. 3»Ich bin Josef!«, sagte er zu seinen Brüdern. »Lebt mein Vater noch?« Fassungslos standen die Brüder vor ihm. Sie brachten keinen Ton heraus. 4»Kommt doch näher!«, sagte Josef. Sie traten zu ihm, und er wiederholte: »Ich bin euer Bruder Josef, den ihr nach Ägypten verkauft habt. 5Aber ihr braucht euch nicht zu fürchten. Macht euch keine Vorwürfe, dass ihr mich hierher verkauft habt, denn Gott wollte es so! Er hat mich vorausgeschickt, um euch zu retten. 6Schon seit zwei Jahren hungern die Menschen, und auch in den nächsten fünf Jahren wird man kein Feld bestellen und keine Ernte einbringen können. 7Gott hat mich euch vorausgesandt, damit ihr mit euren Familien am Leben bleibt. Denn er will ein großes Volk aus euren Nachkommen entstehen lassen. 8Nicht ihr habt mich hierhergeschickt, sondern Gott! Er hat mir diese hohe Stellung gegeben: Ich bin der Berater des Pharaos und der Vorsteher seines Reiches. Ganz Ägypten hört auf das, was ich sage.
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Weitere Infos →Die Emotionen überwältigten Josef. Zu sehen, wie seine Brüder sich verändert hatten. Ja, zu sehen, wie sie bereit waren, ihre eigene Freiheit für Benjamins Freiheit zu opfern, das bewegte Josef tief im Herzen. Doch es war ebenso Gottes Handschrift in der gesamten Geschichte, die Josef völlig umhaute. Er weinte. Laut. Sehr laut. "»Ich bin Josef!«, sagte er zu seinen Brüdern." [3]
Es war raus. Keine Spur von Bitterkeit, Groll oder Unversöhnlichkeit. Josef hatte seinen Frieden gefunden. Vielmehr noch: Er hatte Gottes Segen im Rückblick erkannt. "Ihr braucht euch nicht zu fürchten. Macht euch keine Vorwürfe, dass ihr mich hierher verkauft habt, denn Gott wollte es so! Er hat mich vorausgeschickt, um euch zu retten." [5]
Wie oft hören wir die nachfolgenden Worte? "Schau nicht zurück, schau nur nach vorn!" Die Worte mögen gut gemeint und im passenden Kontext sicherlich auch angebracht zu sein. Doch was ist denn mit der Vergangenheit? Hat Gott da etwa geschlafen? Ich bin mir da nicht so sicher.
Selbst wenn deine Vergangenheit alles andere als einfach war, lehrt uns die Geschichte von Josef, den Blick zurück zu wagen. Ich glaube, wir verpassen etwas, wenn wir das nicht tun. Josef erkannte Gottes Segensspur im vergangenen bzw. vorhergegangenen Leid. Was siehst du beim genauen Hinsehen?