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Impuls

"Was du nicht willst..."

Annemieke Binggelivon Annemieke Binggeli
Soziales Leben

1. Mose

Kapitel 44, Vers 18–​34

JUDAS REAKTION

18Da trat Juda vor und sagte: »Herr, bitte höre mich an! Ich weiß, dass man dir nicht widersprechen darf, weil du der Stellvertreter des Pharaos bist. Bitte werde nicht zornig, wenn ich es trotzdem wage! 19Herr, du hattest uns gefragt, ob wir noch einen Vater oder einen anderen Bruder haben. 20Wir antworteten: ›Wir haben einen alten Vater und einen Bruder, der ihm noch im hohen Alter geboren wurde. Er ist der Jüngste von uns. Sein Bruder ist gestorben. Ihre Mutter war die Lieblingsfrau unseres Vaters und hatte nur diese zwei Söhne. Darum liebt unser Vater den Jüngsten besonders!‹ 21Da hast du von uns verlangt, ihn herzubringen, um ihn mit eigenen Augen zu sehen. 22Wir entgegneten: ›Herr, sein Vater würde sterben, wenn er ihn verließe!‹ 23Du gingst nicht darauf ein und sagtest: ›Ohne ihn dürft ihr euch nicht mehr hier sehen lassen!‹ 24Wir kehrten zu unserem Vater zurück und erzählten ihm alles. 25Als er uns einige Zeit später aufforderte, wieder Getreide zu kaufen, 26antworteten wir: ›Das geht nur, wenn du unseren jüngsten Bruder mitkommen lässt. Sonst können wir dem ägyptischen Herrscher nicht unter die Augen treten!‹ 27Da sagte mein Vater zu uns: ›Ihr wisst doch, dass meine Lieblingsfrau nur zwei Söhne bekommen hat. 28Der eine ist verschwunden – ich habe ihn nie wieder gesehen. Sicher hat ein wildes Tier ihn zerrissen! 29Jetzt wollt ihr mir den anderen auch noch wegnehmen. Wenn ihm etwas zustößt, bringt ihr mich ins Grab!‹ 30Darum, Herr«, fuhr Juda fort, »wenn wir jetzt zu unserem Vater kommen ohne den Jungen, an dem er so hängt, 31dann wird er vor Kummer sterben – und wir sind schuld daran! 32Herr, ich habe bei meinem Vater die volle Verantwortung für den Jungen übernommen und gesagt: ›Wenn ich ihn dir nicht gesund zurückbringe, will ich mein Leben lang die Schuld dafür tragen!‹ 33Darum bitte ich dich, Herr: Lass mich an seiner Stelle als dein Sklave hierbleiben und lass ihn mit seinen Brüdern zurückziehen! 34Wie soll ich denn ohne den Jungen meinem Vater begegnen? Ich könnte seinen Schmerz nicht mit ansehen!«

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Die Brüder waren verzweifelt. Sie wurden von Josef für etwas beschuldigt, was sie nicht getan hatten. Sie konnten Josef, den sie noch nicht als solchen erkannt hatten, sondern als unpersönlichen Mächtigen in Ägypten wahrnahmen, nicht von ihrer Unschuld überzeugen. Dabei wusste Josef ja ganz genau, dass er selbst seinen silbernen Becher in Benjamins Beutel verstauen ließ (vgl. V. 2). Die Brüder standen vor einer Wand, in einer gefühlten Einbahnstraße.

Da erwies einer der Brüder Josefs, Juda, all seinen Mut. Er konnte nicht mitansehen, dass sein geliebter Bruder Benjamin zu Unrecht in die Sklaverei musste, und bot sich stattdessen selbst als Sklave für Ägypten an. Bestimmt war es kein Zufall, dass die Brüder damals Josef einfach so in die ägyptische Sklaverei verkauft hatten, weil sie ihn nicht leiden konnten und Geld dafür bekamen (vgl. 1. Mose 37:12 ff.). Auf einmal war der Spieß dann umgedreht und Josef hatte die Möglichkeit, seine Brüder in die ägyptische Sklaverei zu bringen … Schon verrückt, wie das Leben spielen kann.

Den Brüdern von Josef würde diese Geschichte eine echte Lehre sein! Ihnen wurde ausdrücklich der Spiegel für ihr eigenes Verhalten vorgehalten. Mich erinnert diese Begebenheit an den Satz: "Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu." In der Bibel erkennen wir immer wieder, dass Gott sich wünscht, dass wir ebenso nach diesem Sprichwort leben. Also überlege, bevor du handelst, wie es dir gehen würde, wenn dir das widerfahren würde. Gott segne dich dabei!