1. Mose
Kapitel 42, Vers 24–28
DIE BRÜDER VERZWEIFELN
24Josef verließ den Raum, damit sie nicht merkten, dass er weinen musste. Als er sich wieder gefasst hatte, kam er zurück und ließ Simeon vor den Augen der Brüder festnehmen. 25Dann befahl er seinen Dienern, die Säcke der anderen mit Getreide zu füllen und ihnen Verpflegung mitzugeben. Heimlich gab er die Anweisung, jedem auch sein gezahltes Geld oben in den Sack zu stecken. 26Die Brüder beluden ihre Esel mit den Getreidesäcken und machten sich auf den Weg. 27Über Nacht blieben sie in einer Herberge. Als einer von ihnen seinen Sack öffnete, um seinen Esel zu füttern, bemerkte er das Geld. 28»Seht, was ich in meinem Sack gefunden habe!«, rief er. »Jemand hat mein Geld dorthin zurückgelegt!« Da bekamen sie es mit der Angst zu tun. »Was hat Gott uns angetan?«, riefen sie.
© Biblica, Inc.
Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.
“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.
Weitere Infos →Josef war tief berührt. Der Traum, den er einst gehabt hatte, war wahr geworden, wie wir in den vergangenen Versen für vorgestern lesen durften: Seine Brüder verneigten sich vor ihm. Gott hatte ihm dieses eindrückliche Bild bereits viele Jahre zuvor gegeben (vgl. 1. Mose 37). Die Brüder, die ihn einst in die Sklaverei verkauft hatten und ihn mittlerweile für tot hielten, standen nun vor ihm und verneigten sich. Josef hätte seinen Brüdern als Mächtiger im Land Ägypten, der für die Getreideversorgung zuständig war, die Hilfe in der Hungersnot untersagen können. Josef war auch nur ein Mensch und hatte bestimmt mit dem Gedanken einer Vergeltung für die Tat seiner Brüder an ihm gespielt. Hier wäre die perfekte Möglichkeit gewesen, die Brüder ihrem Schicksal zu überlassen. Doch Josef tat das nicht. Im Gegenteil: Weil er sich noch nicht zu erkennen geben wollte, seinen Brüdern aber dennoch etwas Gutes tun wollte, gab er ihnen das dringend benötigte Getreide und ließ ihr dafür bezahltes Geld heimlich an sie zurückgehen. Welch ein großzügiges Herz!
Mich inspiriert diese Geschichte Josefs dazu, mein Herz zu prüfen: Trage ich in mir Rachegedanken gegenüber Menschen, die mir Böses angetan haben? In der Bibel sagt Gott: "Es ist meine Sache, Rache zu üben. Ich, der Herr, werde ihnen alles vergelten." (5. Mose 32:35; Römer 12:19) Ich kann vergeben, weil ich weiß, was Gott mir alles vergeben hat und dass er allein Urteile fällen darf. Darin liegt echte Befreiung!