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Den Glauben weitergeben: Leben, was man glaubt
Vielleicht fragst du dich, ob du wirklich die richtige Person bist, um den Glauben weiterzugeben.
Darf ich fragen, warum?
Weil du den Glauben so schlecht erklären kannst? Weil du in vielen Bereichen deines Glaubens noch Kompromisse machst? Weil es vielleicht so viele Baustellen in deinem eigenen Leben gibt? Weil du trotz deines Glaubens von Sorgen und Ängsten geplagt wirst? Weil du vielleicht zu viele Glaubenszweifel hast? Weil du Gott nicht mehr spürst und dein Glaube eingeschlafen ist? Findest du dich irgendwo in diesen Beschreibungen wieder? Wenn ja, dann habe ich zwei Fragen an dich.
Welchen Glauben willst du weitergeben?
Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir versuchen, unseren Glauben irgendwie zu „verkaufen“. Was meine ich damit?
Letztlich geht es nicht so sehr darum, wie sehr wir Jesus brauchen, sondern was uns der Glaube bringt.
Wenn man als Außenstehender zuhört, könnte man meinen, dass wir einen Glauben weitergeben, der alle Baustellen im Leben beseitigt und das Leben einfach macht. Einen Glauben, für den man sich einmal entscheidet und an dem man bis zum Lebensende problemlos festhält. Ein Glaube, der die innere Leere dauerhaft mit Gottes Liebe füllt. Spürbar. Eine Lösung für fast jedes Problem. Ein Glaube, der einem alle Sorgen und Ängste nimmt. Und der am Ende des Tages nur noch wenige Zweifel übriglässt.
Natürlich werde ich mich unzulänglich fühlen, einen solchen Glauben weiterzugeben. Gerade dann, wenn ich Baustellen, Probleme, Ängste, Zweifel und Sorgen in meinem Leben habe.
Es fühlt sich unauthentisch an. Doch ist es wirklich unauthentisch oder ist der Glaube, den wir weitergeben wollen, nur sehr einseitig? Bist du die Sehenswürdigkeit oder der Reiseführer?
Jemand hat einmal gesagt: „Wenn wir von Jesus erzählen, sind wir die Reiseführer und nicht die Sehenswürdigkeit.“ Dieses Bild gefällt mir. Wir sind nicht die Attraktion. Nicht wir, und auch nicht der Glaube an sich.
Dieses Bild hat mir geholfen, neu zu verstehen, was es heißt, den Glauben weiterzugeben. Meine Aufgabe ist es, von der Sehenswürdigkeit ergriffen zu werden. Ich bin nicht die Sehenswürdigkeit und werde es auch nie sein. Ja, ich bin von ihr ergriffen. Und das nimmt man mir ab. Doch als Reiseführer zeige ich nur auf die Sehenswürdigkeit.
Und diese Sehenswürdigkeit ist nur Jesus. Nicht einmal der Glaube an sich.
Was kann das für uns bedeuten?
Die Aussage, „zu leben, was man glaubt“, beginnt mit der Frage, was man glaubt. Welchen Glauben willst du weitergeben? Ich für meinen Teil möchte einen Glauben weitergeben, der aus meinem Leben kommt. Unfertig. Unvollkommen. Authentisch. Und dennoch verankert, ausgerichtet und begeistert. In, auf und von Jesus.
Ich möchte einen Glauben weitergeben, den ich selbst lebe. Für den ich mich nicht verbiegen muss. Nicht meine Worte sollen überzeugen, sondern die Sehenswürdigkeit, die durch mich gesehen wird.