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„Macht zu Jüngern alle Völker …!“

Fabienne Diaconuvon Fabienne Diaconu
Berufung
„Macht zu Jüngern alle Völker …!“

„So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!“ (Matthäus 28:19-20 SCH)

Diese Verse sind dir wahrscheinlich bekannt. Sie gelten auch als der „Missionsbefehl“, den Jesus seinen Jüngern gab, bevor er in den Himmel auffuhr.

Was geht dir durch den Kopf, wenn du diese Verse liest?

Ich muss gestehen, dass mich da ab und zu ein schlechtes Gewissen überkommt. Ich sehe viele inspirierende Christen, die keine Last scheuen, um Menschen von Jesus zu erzählen. Oft komme ich mir dagegen schwach vor, wie jemand, der Ausflüchte sucht, um nicht dieser „missionarischen Tätigkeit“ nachzugehen. Doch ist es das, was die Bibel uns damit sagen möchte? In der letzten Zeit habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, was es bedeutet, ein Zeugnis für Jesus zu sein, welche Rolle unsere Gemeinde dabei spielt und wie wir ganz praktisch in unserem Alltag von Jesus erzählen können.

Neulich im Lobpreis in unserem Sonntagsgottesdienst fiel mir bewusst auf, wie stark und durchdacht es ist, dass jeder Christ mit unterschiedlichen Gaben befähigt ist. Mir kam dabei das Bild einer großen Streitmacht in den Sinn. Doch anders als bei einer klassischen Armee sind wir als „Armee Gottes“ ganz anders aufgestellt: Jeder hat hier einen individuellen Bereich, den er oder sie mit den jeweiligen Talenten und Fähigkeiten ausfüllt. Keiner ist wie der andere. Wir funktionieren wie Zahnräder und bilden dadurch einen lebendigen Körper.

So ist es auch im Bereich der Evangelisation: Evangelisation heißt nicht ausschließlich, auf großen Konferenzen zur Umkehr aufzurufen oder in ferne Länder zu fremden Stämmen zu reisen, um von Jesus zu erzählen. Das ist zwar wichtig, und zugleich ist es nicht alles. Genauso braucht es Menschen, die in ihrer eigenen Stadt im persönlichen Umfeld ein Licht für Jesus sind. Genauso braucht es Menschen, die Fragen zum Glauben beantworten können. Genauso braucht es Menschen, die mit ganz praktischen Mitteln ihren Glauben sprechen lassen und vielleicht ein Hilfswerk unterstützen oder auch für die ältere Nachbarin einkaufen gehen.

Du siehst wahrscheinlich, worauf ich hinauswill. Du bist von Gott dazu berufen, ein Zeugnis für Jesus zu sein. Dazu hat er dich mit bestimmten Gaben ausgestattet. Ich merke zum Beispiel, dass ich ganz natürlich versuche, in meinem Arbeitsumfeld von Jesus zu erzählen. Mir ist wichtig, dass meine Taten meinen Glauben widerspiegeln. Ein Bekannter von mir hat eine Webseite ins Leben gerufen, die sich mit allen möglichen Fragen rund um Gott und die Bibel befasst. Wenn jeder das tut, wozu Gott ihn oder sie befähigt hat, um Gottes Reich zu bauen, können wir als Christen wie ein großer Körper sein, der sich von Gott gebrauchen lässt, um sein Reich auszubauen.

Vielleicht sagst du jetzt zu dir selbst:

„Das ist ja alles schön und gut, aber was kann ich schon dazu beitragen? Gott kommt doch bestimmt auch ohne mein mickriges Zutun zurecht.“

Dann schau mal, was Paulus dazu an die Korinther schreibt:

„Auch der Körper besteht aus vielen verschiedenen Teilen, nicht nur aus einem. Wenn der Fuß sagen würde: »Ich bin kein Teil des Körpers, weil ich keine Hand bin«, sollte er deshalb nicht zum Körper gehören? Und wenn das Ohr erklären würde: »Ich bin kein Teil des Körpers, weil ich nur ein Ohr und kein Auge bin«, sollte es deswegen etwa nicht mehr zum Körper gehören? Stellt euch vor, euer ganzer Körper wäre nur Auge – wie könntet ihr da hören? Oder wenn euer ganzer Körper nur Ohr wäre, wie könntet ihr da etwas riechen? Gott hat unseren Körper mit vielen Gliedern und Organen geschaffen und jedem Körperteil seinen Platz gegeben, wie er es wollte. Was wäre das für ein seltsamer Körper, wenn er nur aus einem einzigen Körperteil bestehen würde!“

Du siehst: Gott möchte ganz bewusst nicht auf dich verzichten!

Und nun habe ich eine Challenge für dich. Bitte Gott, dass er dir zeigt, wo er dich gebrauchen möchte. Und dann halte jeden Tag Ausschau nach einer Möglichkeit, in irgendeiner Form ein Zeugnis für ihn zu sein. Ich habe mir das selbst vorgenommen und bin überrascht, wie oft ich in eine Situation komme, in der ich das weitergeben kann, was ich glaube. Jedes Mal freue ich mich darüber und ich bete, dass Gott diese Momente nutzt, um etwas in die Herzen der Menschen zu säen.

Ich wünsche dir Gottes Segen dabei!