1. Korinther
Kapitel 4, Vers 8–21
NOCH NICHT AM ZIEL
8Aber ihr seid ja so satt und selbstzufrieden. Ihr haltet euch für so reich, dass ihr anscheinend nichts mehr braucht. Ihr bildet euch ein, schon jetzt herrschen zu können, als ob Christus bereits wiedergekommen wäre. Uns braucht ihr dabei nicht. Ich wünschte, ihr würdet wirklich schon mit Christus herrschen! Dann wären auch wir am Ziel unseres Glaubens und könnten mit euch regieren. 9Doch ich meine, dass Gott uns, seinen Aposteln, den letzten Platz zugewiesen hat: Wir sind wie Menschen, die zum Tod in der Arena verurteilt wurden. Unser Kampf findet vor den Augen der ganzen Welt statt. Menschen und Engel beobachten gespannt, wie er ausgehen wird. 10Uns hält man für Narren, weil wir an Christus glauben, euch aber hält man aus dem gleichen Grund für klug. Wir sind schwach, ihr aber seid stark. Ihr werdet bewundert und geehrt, wir aber werden verachtet. 11Bis heute leiden wir Hunger und Durst, und unsere Kleider sind kaum mehr als Lumpen. Wir werden geschlagen und misshandelt, nirgendwo haben wir ein Zuhause. 12Wir arbeiten hart für unseren Lebensunterhalt. Wenn man uns beleidigt, dann segnen wir. Verfolgt man uns, wehren wir uns nicht dagegen; 13und wenn man uns verhöhnt, antworten wir freundlich. Für die Leute sind wir der letzte Dreck, der Abschaum der Menschheit – und das gilt bis heute. 14Ich schreibe das alles nicht, um euch zu beschämen. Vielmehr möchte ich euch wieder auf den rechten Weg bringen. Ihr seid doch meine geliebten Kinder! 15Selbst wenn ihr Tausende von Erziehern hättet, die euch im Glauben unterweisen, so habt ihr doch nicht viele Väter. Als ich euch die rettende Botschaft von Jesus Christus brachte und ihr dadurch neues Leben empfingt, bin ich euer Vater geworden. 16Darum bitte ich euch eindringlich: Folgt meinem Beispiel! 17Weil mir so viel daran liegt, habe ich Timotheus zu euch geschickt. Durch den Glauben ist er mir ein lieber und treuer Sohn geworden. Er wird euch daran erinnern, wie ich in der Verbindung mit Jesus Christus lebe. So lehre ich es auch in allen anderen Gemeinden. 18Einige von euch machen sich wichtig und behaupten lautstark, ich würde es gar nicht mehr wagen, selbst nach Korinth zu kommen. 19Aber ich werde bald bei euch sein, wenn der Herr es zulässt! Dann interessieren mich nicht die großen Sprüche dieser aufgeblasenen Leute, sondern was dahintersteckt. 20Denn Gottes Reich gründet sich nicht auf Worte, sondern auf seine Kraft. 21Entscheidet also selbst: Soll ich den Stock bei euch gebrauchen oder mit Liebe und Freundlichkeit zu euch kommen?
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Weitere Infos →In den Versen für heute spürt man Paulus förmlich die Traurigkeit über die Situation im damaligen Korinth ab. Einige der Korinther meinen, sie könnten den Glauben an Jesus für ihre eigenen Zwecke gebrauchen. Sie prahlen mit großen Worten herum, wie viel sie von Gott verstanden hätten. Aber ihr Leben? Das sieht komplett anders aus. Den großen Worten des Glaubens lassen sie keinerlei Taten des Glaubens folgen. Darüber hinaus verdrehen diese Männer die Worte Gottes so, wie sie ihnen in den Kram passen. Das Statement von Paulus dazu lautet nur: "Dann interessieren mich nicht die großen Sprüche dieser aufgeblasenen Leute, sondern was dahintersteckt. Denn Gottes Reich gründet sich nicht auf Worte, sondern auf seine Kraft." (V. 19+20)
An dieser Wahrheit hat sich bis heute überhaupt nichts geändert! Einem lebendigen Glauben werden lebendige Taten folgen. Solch lebendige Taten des Glaubens sahen für den Apostel Paulus vielfältig aus. Ein Beispiel ist, dass er schwer für seinen Glauben beleidigt wurde, aber dies ohne Widerstand ertrug. Er segnete seine Feinde sogar. (vgl. V. 12) Ganz ehrlich? Ohne einen starken Glauben an Jesus Christus wären wir Menschen wohl kaum zu solch einer Tat bereit, oder? Aber die Kraft des Glaubens macht es möglich! Deshalb heißen solche Taten eben auch Glaubenstaten. Wir Menschen können uns nicht dafür rühmen, dass wir solch tolle Taten vollbringen. Nein, sie sind auf die Kraft Gottes zurückzuführen, die in uns lebt und wirkt. Nicht nur der Apostel Paulus durfte Taten des Glaubens vollbringen, jeder Christ und jede Christin heute ist ebenso dazu aufgefordert, seinem oder ihrem Glauben an Jesus Christus Taten folgen zu lassen. Gott mag dich durchaus zu anderen Taten des Glaubens herausfordern, als er es bei Paulus getan hat, doch solche Taten gehören auf jeden Fall zur Nachfolge Jesu dazu. Bist du bereit, konkret zu werden? Herausforderung für dich: Bitte Gott jetzt darum, dir zu zeigen, welche Glaubenstat du an diesem heutigen Tag tun kannst. Sei dir sicher: Er möchte dir gerne all die Kraft geben, die dafür brauchst.