1. Mose
Kapitel 41, Vers 1–13
DER PHARAO WEIß NICHT WEITER
1Zwei Jahre waren inzwischen vergangen. Eines Nachts hatte der Pharao einen Traum: Er stand am Nilufer, 2als sieben schöne, wohlgenährte Kühe aus dem Wasser stiegen und im Ufergras weideten. 3Danach kamen sieben magere und unansehnliche Kühe aus dem Fluss und stellten sich neben die anderen. 4Plötzlich stürzten sich die mageren auf die dicken Kühe und verschlangen sie. Der Pharao wachte auf, 5schlief aber sofort wieder ein und hatte einen zweiten Traum: Sieben volle, reife Ähren wuchsen an einem Halm. 6Danach wuchsen sieben kümmerliche Ähren, die vom heißen Wüstenwind verdorrt waren. 7Die dürren fielen über die vollen her und fraßen sie auf. Der Pharao erwachte und merkte, dass es nur ein Traum gewesen war. 8Aber auch am nächsten Morgen ließen die Träume ihn nicht los. Beunruhigt rief er alle Wahrsager und Gelehrten Ägyptens zu sich. Er erzählte ihnen, was er geträumt hatte, aber keiner konnte es deuten. 9Da meldete sich der Mundschenk beim König: »Heute muss ich mich an ein Unrecht erinnern, das ich begangen habe. 10Vor einiger Zeit warst du, Pharao, zornig auf den obersten Bäcker und mich. Darum hast du uns ins Gefängnis geworfen. 11Dort hatte jeder von uns einen seltsamen Traum. 12Wir erzählten ihn einem jungen Hebräer, der mit uns im Gefängnis saß, einem Sklaven von Potifar, dem Oberbefehlshaber der königlichen Leibwache. Er konnte unsere Träume für jeden richtig deuten. 13Was er vorausgesagt hatte, traf ein: Ich wurde wieder in mein Amt eingesetzt, und der oberste Bäcker wurde erhängt.«
© Biblica, Inc.
Hoffnung für alle ™ Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc. Used with permission. All rights reserved worldwide.
“Hoffnung für alle” is a trademark registered in European Union Intellectual Property Office (EUIPO) by Biblica, Inc. “Biblica”, “International Bible Society” and the Biblica Logo are trademarks registered in the United States Patent and Trademark Office by Biblica, Inc. Used with permission.
Weitere Infos →Zwei Jahre waren vergangen. Zwei weitere Jahre, in denen Josef zu Unrecht im ägyptischen Gefängnis saß. Wir erinnern uns: Der Mundschenk des Pharaos hatte einst mit ihm im Gefängnis gesessen, Josef hatte dessen Traum richtig gedeutet und den Mundschenk daraufhin gebeten, ein gutes Wort für ihn beim Pharao einzulegen. Doch sein Wort hatte der Mundschenk in den zwei Jahren nicht gehalten; er hatte Josef vergessen.
Doch nun war die Stunde gekommen, in der endlich an Josef gedacht wurde. Die Gabe, Träume zu deuten, die Gott in Josef hineingelegt hatte, wurde von den anderen Menschen gesehen und würde dazu führen, dass Josef in die Freiheit kommen würde (das lesen wir in den nächsten Tagen). Der Mundschenk wies den Pharao darauf hin, dass doch Josef, der junge Hebräer im Gefängnis, tatsächlich Träume richtig deuten könne, dann doch bestimmt auch die des Pharaos.
Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Nicht vorzustellen, wie lang und mühsam diese in einem Gefängnis sein müssen. Doch selbst wenn Menschen Josef vergessen hatten, Gott tat das nie! Gott wusste die ganze Zeit, dass Josef einst aus dem Gefängnis kommen würde, und Gott wusste auch schon ganz genau, wie das ablaufen würde.
In welchem "Gefängnis" sitzt du gerade? In einem Gefängnis aus schlechten Gedanken? In einem Gefängnis aus schwierigen Lebensumständen? In einem selbst gebauten Gefängnis? Auch wenn du dich aufgibst oder Menschen dies vielleicht tun – Gott gibt dich niemals auf!