Daniel
Kapitel 5, Vers 18–30
Gottes Urteil
18Mein König! Der höchste Gott hatte deinen Vorgänger Nebukadnezar zu einem mächtigen Herrscher gemacht. Er war in der ganzen Welt berühmt und hoch angesehen. 19Die Menschen aller Länder, Völker und Sprachen zitterten vor ihm. Er verbreitete Angst und Schrecken, denn er konnte nach Belieben töten oder am Leben lassen. Von seiner Gunst hing es ab, ob jemand ein hohes Amt erhielt oder es verlor. 20So wurde er immer hochmütiger. Doch sein Stolz und seine Vermessenheit brachten ihn zu Fall. Alle Macht und Anerkennung wurden ihm genommen. 21Man verstieß ihn aus der menschlichen Gemeinschaft, er verlor seinen Verstand und wurde wie ein Tier. Bei den wilden Eseln hauste er, fraß Gras wie ein Rind, und der Tau durchnässte ihn. Das dauerte so lange, bis er einsah: Der höchste Gott ist Herr über alle Reiche der Welt, er vertraut die Herrschaft an, wem er will. 22Aber du, Belsazar, hast daraus nichts gelernt, obwohl du das alles wusstest. Du bist genauso überheblich wie er. 23Du hast dich über den Herrn des Himmels gestellt und dir die heiligen Gefäße holen lassen, die aus seinem Tempel stammen. Dann hast du mit den führenden Männern, mit deinen Frauen und Nebenfrauen Wein daraus getrunken und Loblieder auf deine Götter angestimmt. Dabei können diese Götzen weder sehen noch hören; sie begreifen nichts, weil sie aus Silber und Gold, aus Bronze und Eisen, aus Holz und Stein gemacht sind. Aber den Gott, der dein ganzes Leben in seiner Hand hat und deine Schritte lenkt – ihn willst du nicht ehren! 24Deshalb ließ er die Hand erscheinen und diese Worte an die Wand schreiben. 25Sie lauten: ›Gezählt, gezählt, gewogen und geteilt.‹ 26›Gezählt‹ bedeutet: Die Tage deiner Herrschaft sind gezählt, Gott setzt ihnen ein Ende! 27›Gewogen‹ heißt: Gott hat dich gewogen und für zu leicht befunden. Du kannst nicht vor ihm bestehen. 28›Und geteilt‹ bedeutet: Dein Reich wird aufgeteilt und den Medern und Persern gegeben.« 29Nachdem Daniel dies gesagt hatte, befahl Belsazar, ihn mit einem Purpurgewand zu bekleiden und ihm eine Goldkette um den Hals zu legen. Er machte öffentlich bekannt, dass Daniel von nun an der drittmächtigste Mann im Reich sei. 30Noch in derselben Nacht wurde Belsazar, der König von Babylonien, umgebracht.
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Weitere Infos →Belsazar hatte nichts von den Erlebnissen seines Vorgängers Nebukadnezar im Königtum gelernt. Daniel erklärte dem amtierenden König nun noch einmal, was Nebukadnezar bereits mit Gott erlebt hatte und wie eindrücklich Gott diesen entmachtet hatte, bis dieser erkannte, wer der einzig wahre Gott ist. Und nun musste Belsazar mit den Konsequenzen seiner Entscheidung gegen Gott leben.
Die Bibel wurde über so viele Generationen hinweg geschrieben. Und auch heute leben wir jetzt in diesem Moment auf dem Leben vieler Generationen. Das Christentum ist über 2.000 Jahre alt. Die Probleme und Fragen, mit denen wir uns heute herumplagen, haben sich auch schon sämtliche Christinnen und Christen der letzten 2.000 Jahre gestellt. Wir fangen nicht immer wieder von vorn an! Wie gut täten wir daran, uns dieses Erbes bewusst zu sein und bei der Suche nach Antworten auf Glaubenszweifel auch ältere und bewährte Quellen zu nutzen. Denn Kirchenväter, Theologinnen sowie Theologen der letzten Jahrhunderte können uns viele wertvolle Antworten geben. Bis heute sind diese festgehalten in Büchern und oftmals sind ihre Aussagen auch kostenlos im Internet zu finden.
Sei ermutigt, mal etwas tiefer in die christliche Theologiegeschichte einzutauchen, wenn du nach Antworten auf deine Fragen an Gott suchst. Viel Segen dabei!