STAYONFIRE

Impuls

Gewalt im Alten Testament

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Glaubensleben

Esther

Kapitel 9, Vers 11–​19

In Kampfstellung

11Noch am gleichen Tag meldete man dem König, wie viele Tote es in der Residenz Susa gegeben hatte. 12Da sagte er zu Königin Esther: »Hier in Susa haben die Juden allein 500 Männer umgebracht, außerdem die zehn Söhne von Haman. Was werden sie dann erst in den übrigen Provinzen des Reiches getan haben! Hast du noch etwas auf dem Herzen? Was du verlangst, will ich tun!« 13Esther antwortete: »Wenn du es für richtig hältst, dann erlaube den Juden in Susa, morgen noch einmal so wie heute vorzugehen. Und die Leichen von Hamans zehn Söhnen sollen an den Galgen gehängt werden!« 14Der König ordnete an, Esthers Bitte zu erfüllen. In Susa wurde ein entsprechendes Gesetz veröffentlicht, und die zehn Söhne von Haman hängte man auf. 15Die Juden der Stadt kamen auch am 14. Tag des Monats zusammen und töteten 300 Mann. Doch auch jetzt nahmen sie keine Beute mit. 16In den Provinzen des Reiches hatten sich die Juden am 13. Tag des Monats versammelt, 17 um sich zu verteidigen, und hatten 75.000 Feinde umgebracht, ohne jedoch zu plündern. Nun konnten sie wieder in Ruhe und Frieden leben. Am 14. Tag des 12. Monats feierten sie ein großes Freudenfest, sie aßen und tranken zusammen. 18Die Juden in Susa aber hatten am 13. und am 14. Tag des Monats gegen ihre Feinde gekämpft. Darum feierten sie erst am 15. Tag des Monats Adar. 19Bis heute begehen die Juden in den Städten und Dörfern des Landes den 14. Tag des 12. Monats als Feiertag, an dem sie ein Festmahl geben und sich gegenseitig beschenken.

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Wie fühlst du dich bei diesem Text? Bist du ermutigt, weil Gott durch Esthers Mut die Juden gerettet hat? Oder bist du vielleicht erschrocken über die Gewalt, mit der die Juden zurückschlugen?

Um solche Texte besser verstehen und einordnen zu können, lesen wir sie hier gemeinsam als gesamte STAYONFIRE Community.

Zunächst ist es wichtig, die Gewalt in den richtigen Kontext zu stellen. Haman hatte den Plan gefasst, die Juden auszurotten. Dieser Völkermord hätte beinahe die verbliebenen Juden im persischen Reich ausgelöscht. Deshalb ist die Gegenwehr der Juden in gewisser Weise als Notwehr und nicht als blinde Gewalt zu verstehen.

"Notwehr, schön und gut, aber in diesem Ausmaß?!"

Es ist nicht ungewöhnlich, dass solche Konflikte damals auf diese Weise ausgetragen wurden. Das soll die Gewalt nicht beschönigen, sondern nur die Realität zeigen.

Zugleich ließ Gott es zu, dass die Juden so handelten. Er strafte sie nicht dafür. In allem ging es den Juden nicht um den eigenen Profit (deshalb machten sie auch keine Beute), sondern um Gerechtigkeit und Vergeltung.

Unser Blick, mit dem wir auf solche Texte schauen, sollte aber immer von der Sichtweise Jesu bestimmt sein. Er selbst hat davon gesprochen, seine Feinde zu lieben.

Gleichzeitig sollten wir die Gewalt im Alten Testament weder verschweigen noch beschönigen. Sie ist da und zeigt uns einen Weg, den Gott mit seinem Volk gegangen ist. Er gipfelt buchstäblich am Kreuz.