Richter
Kapitel 13, Vers 10–25
Simson wird geboren
10Schnell lief sie zu Manoach und rief: »Komm! Der Mann, der neulich bei mir war, ist wieder da.« 11Manoach ging mit ihr zu dem Engel und sagte zu ihm: »Bist du der Mann, der mit meiner Frau gesprochen hat?« »Ja, ich bin es«, antwortete er. 12Da fragte Manoach: »Wenn deine Ankündigung eintrifft, wie sollen wir dann mit dem Jungen umgehen? Wie müssen wir uns verhalten?« 13Der Engel des HERRN erwiderte: »Deine Frau soll alles meiden, was ich ihr genannt habe. 14Sie darf nichts essen, was aus Trauben zubereitet ist, und keinen Wein oder andere berauschende Getränke trinken. Außerdem soll sie nichts essen, was Gott für unrein erklärt hat. Sie muss alle meine Anweisungen befolgen.« 15»Bitte, bleib noch da«, bat Manoach den Engel des HERRN. »Wir möchten dir einen jungen Ziegenbock zum Essen zubereiten!« 16Denn er wusste nicht, wen er vor sich hatte. Der Engel des HERRN antwortete: »So sehr du mich auch drängst, ich werde nichts essen. Aber wenn du willst, dann bring es dem HERRN als Brandopfer dar!« 17»Wie heißt du?«, fragte Manoach. »Wir würden uns gern bei dir bedanken, wenn deine Ankündigung eintrifft.« 18Der Engel erwiderte: »Du fragst nach meinem Namen? Er ist unbegreiflich für dich!« 19Manoach nahm den jungen Ziegenbock sowie Brot für das Speiseopfer und verbrannte es zu Ehren des HERRN auf einem Felsblock. Da ließ Gott vor ihren Augen ein Wunder geschehen: 20Als das Feuer zum Himmel aufloderte, stieg der Engel des HERRN in der Flamme empor und verschwand. Manoach und seine Frau warfen sich erschrocken zu Boden. 21Es war ihre letzte Begegnung mit dem Engel des HERRN. Nun begriff Manoach, mit wem sie gesprochen hatten. 22»Wir müssen sterben!«, rief er. »Wir haben Gott gesehen!« 23Doch seine Frau entgegnete: »Wenn der HERR uns töten wollte, hätte er bestimmt nicht unser Opfer angenommen. Dann hätte er uns auch nicht dies alles sehen lassen und uns nicht so etwas angekündigt.« 24Einige Zeit später brachte Manoachs Frau einen Sohn zur Welt und nannte ihn Simson. Der Junge wuchs heran, und der HERR segnete ihn. 25In Mahane-Dan zwischen Zora und Eschtaol wurde er zum ersten Mal vom Geist des HERRN erfasst.
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Weitere Infos →Wir befinden uns mitten in der Ankündigung von Simsons Geburt. Es ging übernatürlich zu. Ein Engel erschien zweimal. Zuerst nur der Frau, doch beim zweiten Mal holte sie ihren Mann Manoach dazu. Vielleicht erinnert uns dieser Anfang ein wenig an Maria und Josef. Auf jeden Fall merken wir: Hier geschah etwas Besonderes. Nicht irgendjemand wurde geboren, sondern jemand, der Israel von seinen Feinden befreien sollte.
Dieses Kind bekam jedoch einige Auflagen, wie es zu leben hatte und was es nicht tun sollte. Nichts Unreines essen, keinen Wein trinken und ihm durften die Haare nicht geschnitten werden. All das drückte aus, dass dieser Junge besonders sein würde. Er war für eine bestimmte Aufgabe ausgewählt und von Gott eingesetzt. Sein Lebensstil sollte dies deutlich widerspiegeln.
Was können wir davon mitnehmen? Ich denke, eines sicherlich: Gott kümmert sich um sein Volk. Er schickte einen Engel, tat ein Wunder, nur um die Geburt eines Jungen anzukündigen. Für ihn war die Befreiung seines Volkes Chefsache, weswegen er einen Befreier sandte. Es ist ermutigend zu sehen, dass Gott voller Leidenschaft für sein Volk war und es in seinen Herausforderungen nicht alleinließ.