Psalm
Kapitel 89, Vers 31–53
Die Zusagen Gottes
31Wenn aber seine Nachkommen mein Gesetz übertreten und meine Weisungen in den Wind schlagen, 32wenn sie meine Ordnungen missachten und meine Gebote nicht halten, 33dann werde ich sie für ihre Treulosigkeit bestrafen und ihnen ihre Schuld mit Schlägen vergelten. 34Aber meine Gnade will ich David nie entziehen, meine Zusagen werde ich halten. 35Meinen Bund mit ihm werde ich niemals brechen, was ich versprochen habe, nehme ich nicht zurück! 36Ein für alle Mal habe ich einen Eid geschworen und bürge dafür mit meinem heiligen Namen: Nie werde ich David täuschen! 37 Seine Nachkommen werden für alle Zeiten den Thron besitzen. 38 Ihre Herrschaft soll so beständig sein wie Sonne und Mond – diese treuen Zeugen hoch oben am Himmel!« 39Nun aber hast du deinen König doch aufgegeben und verstoßen, dein Auserwählter bekommt deinen großen Zorn zu spüren. 40Du hast deinem Diener den Bund aufgekündigt, seine Krone in den Schmutz getreten und entweiht. 41Die schützenden Mauern seiner Stadt hast du niedergerissen und alle seine Festungen in Trümmer gelegt. 42Jeder, der vorüberzog, hat ihn ausgeplündert, und bei den Nachbarvölkern erntet er nur Hohn und Spott. 43Seinen Feinden hast du den Sieg ermöglicht, jetzt ist ihre Schadenfreude groß. 44Die Streitkräfte des Königs hast du zerschlagen, im Kampf hast du ihn im Stich gelassen. 45Seinen Glanz und sein Ansehen hast du zerstört und seinen Thron zu Boden gestoßen. 46Du hast ihn vorzeitig alt werden lassen; ja, mit Schimpf und Schande hast du ihn bedeckt. 47HERR, willst du dich für immer verbergen? Wie lange soll dein Zorn noch brennen? 48Bedenke doch, wie kurz mein Leben ist! Nur für einen flüchtigen Augenblick hast du uns Menschen geschaffen. 49Welcher Mensch ist unsterblich? Wer kann dem Tod entrinnen? 50HERR, wo sind die Beweise deiner Liebe geblieben? Du hast doch David deine Treue zugesichert und einen Eid darauf geschworen! 51Höre doch, wie deine Diener beschimpft werden! Ich leide darunter, dass die Völker uns verachten! 52Deine Feinde verspotten den König, den du erwählt hast; sie verhöhnen ihn auf Schritt und Tritt. 53Gelobt sei der HERR für alle Zeit! Amen, so soll es sein!
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Weitere Infos →Der Schmerz des Schreibers dieses Psalms springt einem quasi entgegen. Eigentlich war er davon überzeugt, dass Gott seinem Volk Israel helfen würde. Er hatte doch versprochen, dass die Nachfahren des Königs David gesegnet sein würden. Und zwar durchweg gesegnet. Doch nichts in der aktuellen Situation deutete scheinbar darauf hin, sodass der Psalmist echte Mühe hatte, daran zu glauben, dass Gott sein Wort halten würde.
Das verbarg der Schreiber nicht vor Gott, sondern er trat mit dieser Klage mutig vor ihn. Er erhoffte sich eine Antwort, was wiederum ein starkes Zeichen dafür ist, dass er den Glauben an Gott trotz all der Probleme letztendlich nicht aufgegeben hat.
Was der Psalmist nicht wissen konnte: Gott würde sein Wort halten. Und zwar in der endgültigen Erfüllung des Versprechens an die Blutlinie Davids in Jesus Christus. Jesus selbst ist ein direkter Nachfolger des Königs David. Nachlesen kannst du das z. B. in Lukas 1:32-33 in der Bibel.
Den Bund, den Gott mit David geschlossen hatte, hatte Gott nicht vergessen. Niemals. Die Verheißung würde sich jedoch erst bei Jesu Ankommen auf dieser Welt in all seiner Herrlichkeit zeigen. Wieder einmal zeigt uns diese Bibelstelle, dass das Klagen bei Gott vollkommen in Ordnung sind. Denn Gott sieht sowieso in dein Herz. Und sie zeigt, dass Gott ohne Frage, immer und ohne Ausnahme, zu seinem Wort steht!