Psalm
Kapitel 77, Vers 12–21
Stets in Erinnerung
12Ich erinnere mich an deine großen Taten, HERR, und denke an die Wunder, die du einst vollbracht hast. 13Ich führe mir vor Augen, was du getan hast, immer wieder mache ich es mir bewusst. 14O Gott, heilig ist alles, was du tust. Kein anderer Gott ist so mächtig wie du! 15Du allein bist der Gott, der Wunder vollbringt; du hast die Völker deine Macht spüren lassen. 16Mit starker Hand hast du dein Volk aus der Gefangenschaft in Ägypten befreit, die Nachkommen von Jakob und Josef. 17Als dich die Wasserfluten sahen, begannen sie zu brodeln, sogar die Tiefen des Meeres erzitterten vor dir. 18Aus den Wolken floss strömender Regen, gewaltige Donnerschläge krachten, und deine Blitze durchzuckten die Luft. 19Ja, im Sturm donnerte deine Stimme; grelle Blitze erhellten die Erde, sie zitterte und bebte. 20Du bahntest dir einen Weg mitten durch das Meer. Dein Pfad führte durch mächtige Fluten, doch deine Spuren konnte niemand erkennen. 21Durch Mose und Aaron, deine Diener, hast du dein Volk wie ein Hirte geführt.
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Weitere Infos →Psalm 77 ist der Beweis dafür, dass Zweifel und Lobpreis Hand in Hand gehen können.
Der heutige Abschnitt (Verse 12 - 21) klingt wie ein überschwängliches Lobpreislied. Doch der Abschnitt zuvor (Verse 1 - 11) zeigt, aus welchem hoffnungslosen Sumpf dieser Lobpreis entstand.
"Wenn ich an Gott denke, fange ich an zu seufzen; grüble ich über meine Lage nach, so verliere ich allen Mut." [4]
Das klingt weder nach Lobpreis noch nach glaubensstarken Gebeten. Und dennoch nimmt dieser Psalm ab Vers 12 eine dramatische Wendung. Aus dem Sumpf entstand ein Lobpreis.
Dieser "Sumpf-Lobpreis" ist alles andere als leicht, weil es sich so anfühlt, als hätte Gott in der Vergangenheit anders gewirkt, als er es jetzt gerade tut.
Der Psalm endet ziemlich abrupt mit der Aussage, dass Gott sein Volk durch Mose und Aaron "wie ein Hirte geführt" hat.
Hatte Asaf, der Schreiber dieses Psalms, vielleicht auch die Hoffnung, dass Gott ihn in seiner aktuellen Situation führen würde wie ein Hirte? Ich kann es mir gut vorstellen und wünsche es uns allen. Doch solange wir weiter im Sumpf stehen und uns der Schmodder bis zum Hals steht, möchte ich dich einladen, etwas Verrücktes zu tun. Mach Lobpreis!