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Impuls

Missstände ansprechen

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Soziales Leben

Hosea

Kapitel 4, Vers 1–​13

Die Priester verführen das Volk

1Ihr Israeliten, hört, was der HERR euch zu sagen hat! Der HERR führt einen Rechtsstreit gegen die Bewohner des Landes. Denn Treue und Liebe sind ihnen fremd, sie wollen den Herrn nicht als ihren Gott anerkennen. 2Sie verfluchen und belügen einander, sie morden, stehlen und brechen die Ehe, sie begehen eine Bluttat nach der anderen. 3Darum wird das Land vertrocknen, und alles, was dort lebt, wird verdursten. Die Tiere auf dem Feld, die Vögel am Himmel und sogar die Fische im Meer – sie alle gehen zugrunde. 4Der Herr sagt: »Es soll nicht irgendeiner angeklagt, nicht irgendwer verurteilt werden! Euch, ihr Priester, euch klage ich an! 5Am helllichten Tag werde ich euch zu Fall bringen, und die Propheten, die gemeinsame Sache mit euch machen, werde ich über Nacht stürzen. Selbst eure Mütter lasse ich umkommen! 6Mein Volk läuft ins Verderben, weil es den richtigen Weg nicht kennt. Denn ihr Priester wollt nichts mehr von der Wahrheit wissen. Deshalb will ich auch nichts mehr von euch wissen! Ihr sollt nicht länger meine Priester sein. Weil ihr meine Gebote vergessen habt, darum werde ich eure Kinder vergessen. 7Je zahlreicher die Priester wurden, desto mehr Schuld haben sie auf sich geladen. Darum werde ich ihnen ihr angesehenes Amt wegnehmen und stattdessen Schimpf und Schande über sie bringen. 8Sie hoffen, dass mein Volk viele Sünden begeht, denn dann können sie sich mit dem Fleisch der Sündopfertiere den Bauch vollschlagen. 9Darum soll es ihnen gehen wie den anderen Israeliten: Ich werde sie für ihren Eigensinn bestrafen, ich werde ihnen das Böse, das sie tun, vergelten! 10So viel sie auch essen, sie sollen nicht satt werden. Und mit wie vielen Frauen sie sich auch einlassen, sie werden doch keine Kinder haben. Denn mich, den HERRN, haben sie verlassen, anstatt mir die Treue zu halten! 11Hurerei, Wein und Most vernebeln ihnen den Verstand. 12Mein Volk holt sich Rat bei Götzenbildern aus Holz. Sie erwarten Auskunft und Hilfe, indem sie mit Stäben das Orakel befragen. Besessen von ihrer Hurerei und Treulosigkeit, sind sie auf Abwege geraten; von mir, ihrem Gott, wollen sie nichts mehr wissen. 13Oben auf den Hügeln bringen sie Räucheropfer dar und halten Opfermahlzeiten, sie feiern im wohltuenden Schatten von Eichen, Pappeln und Terebinthen. Darum werden ihre Töchter und Schwiegertöchter zu Huren und Ehebrecherinnen.

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Wolltest du schon einmal etwas ansprechen, hattest aber Angst davor? Vielleicht bist du eher konfliktscheu und du gehst Konfrontationen lieber aus dem Weg. Dennoch ist es wichtig, mit Weisheit und Liebe Missstände aufzudecken.

Genau das tat Hosea. Als Prophet kritisierte er im Namen Gottes vor allem die religiöse Elite:

"Der Herr sagt: Es soll nicht irgendeiner angeklagt, nicht irgendwer verurteilt werden! Euch, ihr Priester, euch klage ich an!" [4]

Das sind ziemlich harte Worte an eine Führung, die völlig versagt hat.

Gott selbst bezeichnet sich an anderen Stellen der Bibel als guten Hirten, der sich um seine Schafe sorgt. Kein Wunder, dass es ihm das Herz zerreißt, wenn er sieht, wie seine Schafe in die Irre geführt werden.

Die Bedeutung des Textes für uns heute ist vielschichtig:

  1. Hab den Mut, Missstände anzusprechen.
  2. Wenn du Menschen führst, sei dir deiner Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst.
  3. Gott ist der gute Hirte, der sich um dich sorgt. Folge seinem Beispiel, wenn du Menschen leitest.
  4. Zwei der größten Dinge für Gott sind Liebe und Treue. Jage diesen beiden Dingen nach.

Die Strafankündigungen, die sich an die Priester richteten, können einem Angst machen. Ich will sie hier auch nicht kleinreden. Wir haben es mit einem Gott zu tun, der Hochmut, Stolz und Arroganz verabscheut. Dennoch betont das Buch Hosea immer wieder die Liebe und Gnade Gottes in allem menschlichen Versagen.