Ruth
Kapitel 2, Vers 14–23
Ruth und Boas
14Als es Zeit zum Essen war, rief Boas Ruth zu sich. »Komm hierher und iss etwas Brot!«, forderte er sie auf. »Du kannst es auch in den Weinessig tunken.« Ruth setzte sich zu seinen Leuten, und Boas reichte ihr geröstete Getreidekörner. So konnte sie sich satt essen und behielt sogar noch etwas übrig. 15Als sie aufstand, um weiterzuarbeiten, befahl Boas seinen Männern: »Lasst sie auch dort sammeln, wo die Garben noch nicht weggeräumt sind, und macht ihr deshalb keine Vorwürfe! 16Zieht sogar absichtlich Ähren aus den Bündeln heraus und lasst sie dort für sie liegen. Kein böses Wort soll sie von euch hören!« 17Bis zum Abend arbeitete Ruth auf dem Feld. Als sie die Ähren ausklopfte, hatte sie etwa 15 Kilogramm Gerste beisammen. 18Sie brachte das Getreide nach Hause und zeigte es ihrer Schwiegermutter. Dann gab sie ihr die gerösteten Körner, die sie vom Mittagessen übrig behalten hatte. 19»Wo hast du nur so viel sammeln können?«, fragte Noomi. »Erzähl mir, wo du gewesen bist. Gott segne den, der so freundlich zu dir war!« Ruth berichtete: »Der Mann, der mich auf sein Feld gelassen hat, hieß Boas.« 20»Der HERR segne ihn!«, rief Noomi erfreut. »Denn er hat uns nicht unserem Schicksal überlassen, der Name unserer Männer wird nicht vergessen werden! Du musst wissen: Boas ist ein naher Verwandter von uns und darum nach dem Gesetz verpflichtet, uns zu helfen.« 21Ruth erzählte weiter: »Boas hat mir angeboten, immer in der Nähe seiner Arbeiter die Ähren aufzulesen, bis die ganze Ernte eingebracht ist!« 22»Es ist gut, wenn du mit seinen Mägden hinausgehst«, meinte Noomi, »auf einem anderen Feld würde man dich vielleicht belästigen.« 23So arbeitete Ruth während der ganzen Gersten- und Weizenernte zusammen mit den Mägden von Boas. Sie wohnte weiter bei ihrer Schwiegermutter.
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Weitere Infos →Rut hatte mit ihrer Schwiegermutter ihre Heimat verlassen. Sie war eine Fremde in einem fremden Land. Es muss ihr schwergefallen sein, Anschluss zu finden. Dennoch ergriff Rut die Initiative. Wie wir im vorigen Abschnitt gelesen haben, ging sie auf ein nahe gelegenes Feld, um ein paar Reste der Ernte zu ergattern. Im Rückblick sollte diese Initiative ihr ganzes Leben verändern. Gott öffnete Rut eine Tür und brachte sie mit Boas in Kontakt. Boas setzte sich für Rut ein und sorgte für sie. Als sie am Abend des genannten Tages vom Feld ging, hatte sie 15 Kilogramm Gerste eingesammelt. Und nicht nur das: Plötzlich hatte sie neue Hoffnung in sich.
Die Geschichte von Rut berührt mich sehr. Es ist erstaunlich, wie stark, wie mutig, wie treu, wie fleißig, wie entschlossen und wie klug Rut gehandelt hat. Sie ist ein Vorbild. Ein Beispiel dafür, was passiert, wenn wir im Glauben eigenständige Schritte gehen. Sie hätte resignieren können. Ihr Mann war gestorben, sie hatte unglaubliches Leid erfahren und war in einem fremden Land gewesen. Und doch wirkt sie so lebensbejahend und hoffnungsvoll.
Mit der Geschichte von Rut möchte ich dir Mut machen. Bleib nicht stehen! Geh den nächsten Schritt, der vor dir liegt, und vertraue darauf, dass Gott dir eine Tür öffnet. Eine Chance, die du bekommst. Ein Mensch, dem du begegnen wirst. Ein Wunder, das du erleben wirst.