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Impuls

Opfer großen Unrechts

Thaddäus Schindlervon Thaddäus Schindler
Soziales Leben

2. Samuel

Kapitel 13, Vers 15–​22

Ammon weist Tamar ab

15Aber dann schlug seine große Liebe in glühenden Hass um. Ja, er hasste Tamar nun mehr, als er sie vorher geliebt hatte. »Mach, dass du fortkommst!«, schrie er sie an. 16»Nein«, flehte sie, »tu das nicht! Wenn du mich jetzt wegjagst, ist das noch viel schlimmer als das, was du mir vorhin angetan hast.« Aber auch jetzt ließ er sich nichts von ihr sagen. 17Er rief seinen Kammerdiener und befahl: »Jag die da hinaus und verriegle die Tür hinter ihr!« 18Der Diener warf sie hinaus und verschloss die Tür. Tamar trug ein weites Gewand mit langen Ärmeln. So kleideten sich die Töchter des Königs, die noch Jungfrauen waren. 19In ihrer Verzweiflung zerriss sie ihr Gewand, streute sich Asche auf den Kopf und legte die Hand darauf. Laut weinend lief sie davon. 20Zu Hause fragte Absalom sie: »Hat Amnon dich etwa belästigt? Sag niemandem etwas davon, denn er ist dein Bruder. Nimm die Sache nicht zu schwer!« Von da an wohnte Tamar einsam im Haus ihres Bruders Absalom. 21Als König David davon erfuhr, wurde er sehr zornig. Doch er brachte es nicht übers Herz, Amnon zu bestrafen, denn er war sein ältester Sohn, und David liebte ihn besonders. 22Absalom sprach kein Wort mehr mit Amnon, er machte ihm keine Vorwürfe, aber er grüßte ihn auch nicht. Er hasste seinen Bruder, weil er seine Schwester Tamar vergewaltigt hatte.

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Wir befinden uns in einem sehr dunklen Kapitel der Geschichte Davids. Amnon, ein Sohn Davids, hatte Tamar im vorigen Abschnitt vergewaltigt. Amnon war Tamars Halbbruder, was die Sache noch schrecklicher machte.

Es erfüllt einen mit Trauer und Wut zugleich, wenn man liest, was Amnon Tamar angetan hatte. Nach dieser schrecklichen Tat ließ er Tamar fallen. Mehr noch:

"Ja, er hasste Tamar nun mehr, als er sie vorher geliebt hatte. »Mach, dass du fortkommst!«, schrie er sie an." [15]

Tamar war Opfer eines großen Unrechts. Als Frau hatte sie damals kaum eine Chance, sich aus diesem Elend zu befreien. Auch ihr weites Gewand legte sie ab:

"Tamar trug ein weites Gewand mit langen Ärmeln. So kleideten sich die Töchter des Königs, die noch Jungfrauen waren. In ihrer Verzweiflung zerriss sie ihr Gewand, streute sich Asche auf den Kopf und legte die Hand darauf." [18-19]

Von Gottes Gedanken und Gefühlen zu all dem wird in diesem Abschnitt wenig gesagt. Ich glaube, dass Gottes Schmerz und Trauer in dieser Situation unser Verständnis übersteigt. Wir können nicht sagen, weshalb er nicht eingriff.

Was wir sagen können, ist, dass diese Menschheit, die zu so etwas fähig ist, Rettung braucht. Und das ist alles, was ich an dieser Stelle sagen möchte. Es ist traurig.